Abenteuer Afrika

3 Monate als Volunteer in Ghana :)

21Mai
2013

Back to Germany

Hallo ihr Lieben :)

Heute bin ich seit genau 2 Wochen zurück in Deutschland und ich glaube allmählich gewöhne ich mich daran wieder hier zu sein. Der Rückflug verlief soweit unproblematisch, nur der Flughafen in Accra war ne absolute Katastrophe und in Amsterdam waren mir auf einmal viel zu viele weiße Menschen um mich rum! :D

An den ganzen Luxus hier wie ausreichend Wasser, Strom, die Spül- und die Waschmaschine, das Essen, usw hat man sich leider viel zu schnell wieder gewöhnt, nachdem ich mich die ersten Tage beim Duschen immer unter nen Pisselstrahl gestellt habe, um nicht zu viel Wasser zu verbrauchen, weil ich ja genau wusste, dass man mit ner geringen Menge genauso gut auskommt, dreh ich den Strahl inzwischen wieder völlig selbstverständlich voll auf.

Natürlich ist vieles hier schöner als in Ghana, ich vermisse weder die zugemüllten Straßen, noch die vielen Mücken und schon gar nicht das dauernde nervige Herunterhandeln der völlig übertriebenen "Obrunipreise", und trotzdem fehlt mir das Land unheimlich. Alles. Jeden Tag.

Nachts ist es viel zu still in meinem Zimmer, der laut ratternde Ventilator, den ich anfangs jede Nacht aufs Neue verflucht habe, hatte doch irgendwie was beruhigend-tröstliches, genau wie Chantals Gemurmel im Schlaf. Morgens wache ich manchmal auf und erschrecke mich, dass das Moskitonetz weg ist, bis mir einfällt, dass ich wieder zuhause bin. Und nach 3 Monaten nonstop mit 10-25 Leuten zusammenhängen, finde ich es ganz schrecklich allein zu sein...Ich fühle mich eingesperrt beim Autofahren, wenn nicht mindestens ein Fenster offen ist, ich finde es furchtbar lange Hosen und feste Schuhe tragen zu müssen und mir ist alles viel zu sauber, dauernd muss man aufpassen, dass man seine dreckigen Schuhe draußen auszieht, das Sofa nicht schmutzig macht, beim Essen nichts auf die Klamotten kommt und wenn doch, steckt man sie natürlich sofort in die Waschmaschine! Dass ich von morgens bis abends friere, brauche ich wahrscheinlich gar nicht erst zu erwähnen. Nachts ist es noch schlimmer.

Mir fehlt es, auf der Straße von allen angequatscht und in Gespräche verwickelt zu werden, mir fehlt (ja wirklich, man glaubt es kaum) das Essen, mir fehlt die Sorgenlosigkeit und das In-den-Tag-hinein-leben, mir fehlt es, nur von Menschen umgeben zu sein, die eigentlich ein ziemlich mieses Leben haben und trotzdem glücklich sind (ein Freund von mir kommt aus dem ärmsten Slum in Accra, ist froh, wenn er alle paar Tage was zu essen bekommt und postet jeden Tag bei Facebook, dass wir alle Gott für den neuen Tag danken sollten), mir fehlt die Musik, mir fehlen die Gerüche, mir fehlen die bunten Farben, mir fehlt die Unkompliziertheit der Ghanaer, mir fehlen all die Leute die ich dort kennengelernt habe (sowohl die aus unserem Haus als auch die ganzen Ghanaer) und am meisten fehlen mir die Kinder...

In Ghana hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, mich verändert zu haben, vielleicht sogar ein bisschen ein neuer Mensch geworden zu sein, ich dachte wenn ich wiederkomme, hätte ich gelernt mit wenig zufrieden zu sein, Ansprüche zurückzuschrauben, ich dachte ich wäre ausgeglichener, Stress würde an mir abprallen, ich würde mich besser mit meiner Schwester verstehen, mich nicht mehr über eigentlich völlig belanglose Kleinigkeiten aufregen...Aber wenn man zurück in sein "altes Leben" kommt, ist es verdammt schwer jemand anders zu bleiben und schon jetzt nach 2 Wochen, ist eigentlich alles genauso, wie es immer war. Ich bin genervt, weil mein Fernseher nicht funktioniert, rege mich auf, weil mein Auto immer noch nicht repariert ist, ich ertappe mich eigentlich ständig dabei, wie ich mit irgendwas unzufrieden bin und denke dann "Was machst du da eigentlich, du solltest unglaublich dankbar für das sein, was du alles hast" und fühle mich schrecklich. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Ich dachte einfach nur, dass mein Leben nach Ghana irgendwie...anders wäre. Vielleicht bin ich auch nur frustriert von der Banalität meines Alltags, nachdem mein Leben 3 Monate lang einfach nur ein einziges Abenteuer war.

Das Leben hier hat einen viel zu schnell wieder und alles ist so unfassbar normal und alltäglich, dass Ghana irgendwie so...unwirklich wird. Als wäre ich nie weg gewesen. Was ein schreckliches Gefühl ist. Ich habe Angst, dass Ghana viel zu schnell in den Hintergrund gerät, dass die Erinnerungen verblassen, dass ich mich irgendwann nur noch an das erinnern kann, was auf den Fotos zu sehen ist. Die ich mir fast jeden Tag angucke.

Aber ich habe Videos, die viel viel mehr von allem zeigen, als 1000 Fotos es könnten, ich habe noch immer Kontakt mit fast all meinen ghanaischen Freunden und egal an wie viel oder wie wenig ich mich irgendwann noch erinnern werde, vergessen werde ich die Zeit nie. Und eines Tages werde ich wieder hinfliegen. Ganz bestimmt...

03Mai
2013

Die letzten Tage

Hallo meine Lieben :)

Hier mein vermutlich letzter Bericht aus Ghana... Meine letzte Woche neigt sich nun auch langsam aber sicher dem Ende entgegen und der erste Koffer ist schon gepackt. Gleich geht es noch ein letztes Mal auf die Reggaeparty hier bei und am Strand und morgen ist hoffentlich nochmal schönes Wetter, damit ich meinen letzten Tag mit den Mädels am Strand verbringen kann und abends wollen wir dann zum Abschied noch ein letztes Mal ghanaisch essen gehen.

Viel Spannendes ist die letzten Tage auch nicht mehr passiert, am Dienstag bin ich mit Nina und Rebecca nochmal in Osu gewesen, wo wir uns mit unseren ghanaischen Freunden getroffen haben und zum (völlig überteuerten :O) Mexikaner essen gegangen sind, am Mittwoch wollten wir eigentlich zum Strand, saßen aber wegen Regen den ganzen Tag im Haus fest und am Donnerstag haben wir nochmal einen Tagesausflug nach Koforidua auf einen wunderschönen Perlenmarkt gemacht und uns mit Schmuck eingdeckt :)

Natürlich haben wir auch die CL-Halbfinalspiele bei uns an der Tuba verfolgt und es ist soooo witzig mit Ghanaern Fußball zu gucken,ich habe selten jemanden so emotional erlebt. Bei jedem Tor rasten hier alle komplett aus und springen schreiend durch die Gegend, entweder aus Freude oder aus Frust und es herrscht das ganze Spiel über ein Gegröle! Und das obwohl "nur" europäische Mannschaften spielen :D Aber hier sind sowieso fast alle Real oder Barca Fans von daher war es schon etwas nachvollziehbar :D

Gestern war dann ungefähr der schlimmste Tag hier, weil bis auf Rebecca einfach ALLE aus dem Haus in den Osten verreist sind und Rebecca den ganzen Tag bei ihrem Direktor eingeladen war und ich so einen meiner letzten Tage ganz allein bei uns im Haus verbracht habe:( Ich hatte kein Geld, um irgendwo hinzufahren oder was zu unternehmen, hatte kein Guthabenmehr auf dem Handy, um mit jemandem zu telefonieren und Strom war auch keiner da, sodass ich nen Film hätte gucken oder ins Internet gehen können. Also habe ich von morgens bis abends lesend und essend auf der Terasse gesessen (ab viertel vor 6 im Stockdunkeln) und es war einer von diesen Momenten, in denen ich mir einfach nur noch gewünscht hab, zuhause zu sein.

Der Tag war dann wieder etwas besser, bin mit Rebecca ins ArtCenter gefahren und habe mein restliches Geld verprasst und gerade eben sind zumindest Nina und Marie schon mal von ihrer Reise wiedergekommen und gleich gehts los zur Reggaenight, deswegen muss ich jetzt auch mal Schluss und mich langsam fertig machen...

Jetzt kann man es wirklich sagen: Bis baaaaaaaaaaald :):-*

26April
2013

Life isn't about waiting for the storm to pass, it's about learning how to dance in the rain...

Es regnet....Das ist untertrieben, es gießt schon den ganzen Tag in Strömen, langsam aber sicher beginnt scheinbar tatsächlich die Regenzeit hier in Ghana und natürlich ist Stromausfall, deswegen hab ich nicht viel Zeit zum Schreiben, weil ich nicht Ramis ganzen Akku aufbrauchen will.

Rami ist im Moment die Einzige, die in ihr Projekt muss, weil sie in einem Waisenhaus ist und wir in unseren Schulen ja im Moment alle Ferien haben...Heute war ihr letzter Tag, weil sie am Montag nach Hause fliegt und ich bin mitgegangen, da wir beide unsere Klamotten, Handtücher usw. an die Kinder im Waisenhaus verschenken wollten.

Das Projekt an sich hat mir nicht so gut gefallen, die Voluntäre werden dort total ausgenutzt, wir waren den ganzen Vormittag eigentlich nur damit beschäftigt Geschirr zu spülen, Wäsche zu waschen und einkaufen zu gehen und hatten mit den Kindern an sich überhaupt nix zu tun...Aber als wir unsere Sachen verteilt haben, haben sich alle total gefreut und die Kinder waren auch echt soooo süß da :) Ich würd mir echt am liebsten eins von hier mitnehmen! :D

Im Laufe des Vormittags hat es dann angefangen zu schütten und während bei uns jeder bei so einem Wetter zuhause bleiben würde, sind die Leute hier alle so ausgerastet und auf die Straßen gelaufen und haben überall Schüsseln und Plastikwannen aufgestellt, um das Regenwasser aufzufangen und die Kinder haben im Regen getanzt und es war einfach total schön anzusehen :)

Rami und mir blieb irgendwann nichts anderes übrig, als uns im Regen auf den Weg zu machen, da es einfach nicht aufgehört hat und so kamen wir irgendwann platschnass und völlig durchgefroren zuhause an und es war der erste Tag seit ich hier bin, an dem ich richtig gefroren hab und wir alle in langen Hosen, Socken und langärmeligen Oberteilen rumgelaufen sind!

Sitzen nun allerdings den ganzen Tag mehr oder weniger im Haus fest, da man bei dem Wetter nichts unternehmen kann, weil hier ALLES draußen stattfindet. Ich frage mich wirklich, was die Leute hier während der Regenzeit den ganzen Tag machen...Jedenfalls hoffen wir, dass der Regen heute noch nicht den endgültigen Beginn der Regenzeit bedeutet und vor allem ich nächste Woche noch ein paar schöne Tage habe, bevor ich wieder nach Hause fliege (ja, Montag in einer Woche ist es tatsächlich schon so weit :O)

Ansonsten ist nach wie vor nicht viel passiert, der Tag gestern war ganz cool, da hab ich ganze drei Punkte meiner persönlichen Ghana To-Do-Liste an einem Tag abgehakt :)

Da Nina und ich beide nen ziemlich üblen Hautausschlag bzw Brandblasen von der Sonne haben, sind wir nicht mit den anderen mit zum Strand gegangen, sondern zu zweit nach Osu gefahren, ein Teil von Accra, in dem man ganz gut shoppen, europäisch essen und abends feiern gehen kann, und da wir mit dem Trotro fürchterlich langsam waren, sind wir irgendwann einfach ausgestiegen und mit zwei Motorrädern weitergefahren. Hier gibts nämlich Mototrradtaxis :) In kurzem Kleid, Flipflops, natürlich ohne Helm und mit dem typisch ghanaischen Fahrstil und das bei den Verkehrsverhältnissen hier...dürfte man eigentlich gar keinem erzählen :D Haben uns dann in Osu mit ein paar ghanaischen Freunden getroffen und eigentlich nur gegessen, erst Burger, dann Pancakes (oft kann man sowas mit denen zusammen nicht machen, da die alle aus den Slums kommen und wir sie deswegen natürlich einladen, da wird man auf Dauer echt arm... :D) und dann haben wir unsere beiden Motorradfahrer wieder angerufen und sind die einstündige Fahrt von Accra zu uns wieder auf dem Motorrad zurückgefahren.........wir waren in ner halben Stunde da :D Motorradfahen: check! :)

Nachmittags hat Joyce, die Frau, die uns hier allen die Haare gemacht hat, zum Fufu essen eingeladen (ähnlich wie Banke, auch so ein Teigklops aus Knollen und Plaintains (Kochbananen) mit Erdnusssoße) und wir durften nicht nur essen, wir haben das Fufu sogar zusammen mit ihr gemacht und alle nacheinander den Teig in so ner großen Schüssel mit nem gefühlt 3m langen und 100kg schweren was auch immer gestampft, hat total Spaß gemacht, besser als jeder Boxsack :D

War dann vom Geschmack her ganz ok, aber das Fufu unten an der Tuba schmeckt besser und Banku mag ich sowieso lieber... Aber trotzdem: Selber Fufu machen: ckeck! :)

Wieder zuhause wurde es langsam dunkel und Lauwty, unser Nacht-Watchman, war ganz verzweifelt, weil er schon wieder total zerstochen war und vor 2 Tagen erst Malaria gehabt hatte. Also habe ich mit ihm zusammen ein altes Moskitonetz gesucht und dann haben wir erstmal gemeinsam einen notdürftigen Unterschlupf für ihn gebaut :D

Abends sind Nina und ich dann (zur Abwechslung mal von nem extremen Bonzen-)Freund in abgeholt worden und durften bis kurz vor der ersten Polizeikontrolle auf der Ladefläche seines Pickups mitfahren, das sieht man hier tagsüber, wenn keine Polizei da ist, ständig, 50 Leute quetschen sich da stehend drauf und rasen durch die Gegend und wir fanden das immer total cool und wollten das unbedingt auch mal machen! :D

Wollten eigentlich auf ne Art "Konzert"" aber irgendwie war da nix los und so sind wir einfach mit noch n paar Leuten in Osu durch die Gegend gezogen und haben in den Kneipen was getrunken und es ware 1000 Leute unterwegs und n total cooler Abend! Auf derLadefläche von nem Pickup mitfahren: check! :)

Soo ich muss nun langsam wieder ausmachen, wir werden jetzt weiterhin hier rumsitzen und auf schönes Wetter hoffen, ich melde mich nächste Woche (in meiner letzten :( ) nochmal!

Bis baaaald :-*

22April
2013

Lalala

Ich weiß, es ist schon wieder 2 Wochen her, seit ich das letzte mal was geschrieben habe, aber hier gibts im Moment echt nix Spannendes zu berichten. In meinem Projekt sind ja jetzt auch Ferien, da kann ich also auch nix Neues erzählen und ich mache hier jetzt einfach noch 2 Wochen Urlaub und habe dementsprechend die letzten beiden Tage am Strand verbracht :)

Freitag war vielleicht noch ganz interessant, da war 'Our Day' in meiner Schule, da feiern die einfach ganz groß den letzten Schultag und den Ferienbeginn und ich musste in meinem traditionellen ghanaischen Kleid kommen (zum Glück hatte ich eins!) und die Kinder sind auch alle total süß in mega den Tüllkleider und Anzügen und sonstigen schicken Klamotten gekommen und jedes Kind hat was zu essen mitgebracht und dann ist in jeder Klasse ein richtiges Festmahl veranstaltet worden und anschließend hat die ganze Schule sich in dem größten Bereich versammelt, wo mittwochs auch immer die Gottesdienste abgehalten werden, und alle haben getanzt und gesungen und einfach nur gefeiert und es war total cool :)

Abends war dann die monatliche Hausparty in Haus 1, die im Februar bei uns gewesen ist (im März in Haus 2 waren wir nicht da, da war die an dem Osterwochenende wo wir in Prince's Town waren) und wir haben Yamchips und Curryreis und Knoblauchbrot gefuttert bis zum Umfallen und Nana, der Koordinator von Haus 1, hat uns den ganzen Abend ghanaische Tänze beigebracht, es war echt lustig :)

Ansonsten sind wir oft im Art Center shoppen oder in Osu, da kann man auch richtig lecker essen, es gibt sogar ne italienische Eisdiele :O oder sind am Strand oder treffen und halt einfach mit irgendwelchen Leuten hier...nichts besonderes halt ;)

Wenn wieder was Spektakuläres passiert, melde ich mich wieder ;)

Hier vielleicht einfach mal noch ein paar Fotos aus den letzten Tagen im Projekt:

Banku:

 

Our Day:

18April
2013

Bilder! :)

Habe nun wie versprochen zu den beiden letzten Blogeinträgen die Fotos hinzugefügt, also Ostern in Prince's Town und die Nordenreise. Im Moment passiert hier ansonsten nichts Spannendes, einfach Alltag, morgen ist leider schon mein letzter Tag in meiner Schule, weil ab Montag 2 Wochen Ferien sind und ich an dem ersten Montag nach den Ferien schon abreise :( Aber wahrscheinlich geh ich da trotzdem nochmal kurz in der Schule vorbei, um mich zu verabschieden... Wobei meine Lehrerin meinte, ich soll am ersten Schultag nach den Ferien nicht mit mehr als 4 Kindern rechnen :D Na guuuuut :D Jetzt ist es echt nicht mehr lange...

Mal sehen was wir in den Ferien so treiben werden, ich werde euch berichten :-*

08April
2013

Rucksacktour durch den Norden Ghanas

Hallo ihr Lieben :)

Die letzten beiden Blogeinträge, die ich geschrieben habe, konnte ich nicht hochladen, aber jetzt hat es zum Glück geklappt, deswegen ist das hier nicht der einzig neue Eintrag, sondern ihr müsste erst zwei Einträge weiter runterscrollen, wenn ihr das Ganze in chronologischer Reihenfolge lesen wollt ;)

Zu diesem und dem Eintrag davor folgen noch Fotos, das klappt nur im Moment mal wieder nicht :/

 

 

 

Unsere Nordenreise...wo fange ich am besten an...eigentlich ein ziemlicher Reinfall :/ Zumindest wenn man das betrachtet, was wir geplant hatten zu machen und was davon wir dann tatsächlich getan haben :D

Vielleicht erstmal unser Plan:

Dienstag:

Nachmittags bis Mittwoch Morge Busfahrt von Accra nach Bolgatanga (nördlichste größere Stadt Ghanas)

Mittwoch:

Vormittags Bolgatanga anschauen, nachmittags Fahrradtour rüber nach Burkina Faso

Donnerstag:

Frühmorgens Busfahrt von Bolgatanga nach Tamale (bekannteste Stadt im Norden Ghanas), Tag in Tamale verbringen, die Stadt angucken, auf den Kunstmarkt

Freitag:

Ausschlafen, gemütlich frühstücken, mittags mit dem Bus nach Larabanga, nachmittags dort das Dorf und die Moschee angucken

Samstag:

Frühmorgens von dem Hotelbesitzer in Larabanga zum Molenationalpark fahren und dort schon um 7 Uhr die Jeepsafari machen, weil man morgens die meisten Tiere sieht, anschließend in dem coolen Hoetl mitten im Nationalpark einchecken und dort einen entspannten Nachmittag am Pool verbringen :)

Sonntag:

Frühmorgens mit dem Bus nach Tamale und von dort aus nach Techiman

Montag:

Vormittags mit einem Guide zum König-der-Löwen-Felsen wandern, nachmittags mit dem Bus zurück nach Accra

Dienstag:

frühmorgens Ankunft in Accra

 

Soo und nun wie unsere Reise tatsächlich abgelaufen ist, ich fange einfach mal bei Dienstag an...

Wir sind morgens aufgewacht und es hat geregnet wie aus Eimern. Als Matilda gekommen ist, um mit der Neuen die Einführungsveranstaltung zu machen, meinte sie, es könnte gut sein, dass die Regenzeit, die eigentlich immer erst Mitte Mai beginnt, jetzt schon anfängt, weil die Trockenzeit dieses Mal so extrem heiß gewesen wäre und sie sich Sorgen machen würde, dass wir dann bei den dadurch entstehenden Straßenverhältnissen irgendwo auf dem Weg zum Norden stecken bleiben oder interher im Norden festsitzen würden. Außerdem wären während der Regenzeit im Molenationalpark keine Elefanten zu sehen, der Hauptgrund, warum wir eigentlich in den Norden wollten. Außerdem bekamen wir ALLE VIER natürlich genau an dem Morgen tierischen Durchfall und ob man sich dann eine 15-stündige Busfahrt antun sollte ist fraglich...

Nach ewigem Hin- und Herüberlegen, ob wir nun fahren sollten oder nicht, haben wir dann irgendwann beschlossen das Risiko einzugehen, weil wir uns sonst die ganze restliche Zeit ärgern würden, dass wir nicht im Norden und bei den Elefanten waren und wir uns so, selbst wenn es nicht klappen sollte, zumindest sagen können, wir haben es versucht...

Also haben wir unseren Kram in unsere gigantischen Rucksäcke gepackt, die wir uns ne Woche vorher extra noch in Kasoa auf dem Markt gekauft haben, jeder 2 Lopedium oder irgendwelche anderen Verstopfungstabletten eingeworfen und sind los nach Accra, wo um 16 Uhr der Bus nach Bolgatanga fahren sollte. Er fuhr dann natürlich erst um 18 Uhr los, war dafür aber nach einer furchtbaren, engen und schlaflosen Nacht schon nach 14 Stunden da.

Haben unseren Kram zu unserer Unterkunft gebracht und sind dann los und wollten ein bisschen in die Stadt rein, die es aber gar nicht gab, weil Bolgatanga sich als winziger Ort entpuppte, sodass wir nur kurz auf dem Markt waren und dann was trinken gegangen sind. Im Norden war es übrigens noch 10000x heißer als bei uns, dafür aber keine so hohe Luftfeuchtigkeit...

Um 11 Uhr waren wir dann schon wieder zurück im Hotel (wenn ich hier in Ghana von Hotels spreche meine ich übrigens immer irgendwelche einfachen dreckigen heruntergekommenen Zimmer mit meist offener Toilette und Dusche, also eher eine in Deutschland unterirdische Jugendherberge) und da es den anderen drei magenmäßig immer noch furchtbar schlecht ging, haben wir die Fahrradtour nach Burkina Faso absagen müssen und von 11 Uhr morgens bis 9 Uhr abends NUR im Hotel rumgesessen und NICHTS gemacht außer uns zu Tode zu langweilen!!! Dann sind wir ins Bett...

 

Am nächsten Morgen sind wir um 6 Uhr mit dem Bus nach Tamale gefahren (diesmal sogar ungewohnt pünktlich) und waren nach 3 Stunden auch schon da...Dort haben wir erstmal im Hotel eingecheckt und uns dann was zum Frühstücken gesucht, aber da es inzwischen 10 Uhr war, haben wir nirgendwo mehr was bekommen, und so gab es Sandwichs, Pizza und Pommes zum Frühstück (für unsere angeschlagenen Mägen natürlich sehr vorteilhaft, aber wir hatten einfach wahnsinnig Hunger) bevor wir in die Stadt rein sind...

 

In Tamale gab es außer dem Kunstmarkt, auf dem wir ausgiebig shoppen waren, nicht viel zu sehen und so waren wir am frühen Nachmittag schon wieder im Hotel und saßen dort den ganzen restlichen Tag an der Bar rum und haben abends -GANZ VERNÜNFTIG- Burger gegessen und Bier getrunken, da die Typen am Nebentisch uns ununterbrochen was ausgegeben haben. Unsere Mägen haben sich die ganze Nacht entsprechend bemerkbar gemacht.

Nachdem wir also 2 Tage eigentlich nur rumgesessen hatten, sind wir am Freitag mittags zur Busstation um um 14 Uhr nach Larabanga zu fahren. Dort saßen wir dann einen weiteren Tag nur in der Hitze herum, da der Bus erst abends um halb 7 kam und hatten den schlimmsten Wasserdurchfall unseres Lebens auf den widerlichen vollgeschissenen Klos ohne Spülung an der Busstation...mich schockt mittlerweile glaub ich nichts mehr, ich werde so unempfindlich sein, wenn ich wieder zuhause bin -.-

Im Stockdunkeln kamen wir dann nach 4 Stunden Holper-Schlaglöcher-Straße endlich in Larabanga an (dank weiterer unzähliger Verstopfungstabletten haben wir die Fahrt zum Glück überstanden ohne in den Bus machen zu müssen...) - den Moschee Besuch konnten wir uns also auch abschminken - und sind in der widerlichsten abartigsten Unterkunft gelandet, die man sich überhaupt vorstellen kann! Wir sind inzwischen ja echt einiges gewöhnt, aber das war echt der Wahnsinn! Sowas von heruntergekommene Zimmer mit tausenden von Fliegen, Spinnen, Ameisen, Käfern, Kakerlaken und sonstigem undefinierbarem Krabbelzeug einfach ÜBERALL, auf dem Boden, auf den Betten, an den Wänden, an der Decke, üüüüüüberall. Und auf der Toilette sahs genauso aus, da gabs nicht mal Licht, sodass du mit der Taschenlampe nicht mal so genau sehen konntest, wo es überall krabbelte.

(Leider sieht man die Viecher auf den Fotos gar nicht...)

Entsprechend gar nicht haben wir in der Nacht auch geschlafen, weil dir dauernd irgendwelche Viecher von der Decke ins Gesicht fielen oder einfach so über dich drüber krabbelten...

Um 4 Uhr fing es dann auch noch in Strömen an zu regnen, und so sind wir um halb 6 einfach liegen gebliebenm weil du bei dem Wetter eh nirgendwo weg kommst und die Safari um 7 Uhr bei Regen bestimmt auch nicht stattfinden würde. Als es um 9 Uhr wieder aufhörte zu regnen, sind wir aufgestanden und haben uns zum Mole fahren lassen, wo wir ewig rumsaßen, bis wir um halb 2 einchecken konnten und dann um 3 Uhr die Nachmittagssafari gemacht haben: das einzig Coole an unserem Trip, wir haben unzählige Elefanten gesehen, hinter denen wir durch den Busch hergelaufen sind und aus ungefähr 10 Metern Entfernung fotografiert haben :) Das war echt der Wahnsinn :)

Das Essen abends war bei unserem Glück natürlich auch mega ekelig und da unser Bus vom Mole zurück nach Tamale um 4:00 Uhr gehen sollte, sind wir nach dem Essen auch direkt ins Bett.

Als wir um 4:00 Uhr draußen standen wurde uns dann gesagt, dass der Bus nicht kommen würde, weil er auf einer anderen Strecke einspringen musste, wo es eine Panne gab. Also standen wir uns noch bis halb 6 die Beine in den Bauch, bis einer der Jeepfahrer auftauchte und uns alle für einen völlig überteuerten Preis bis ins Nachbardorf fuhr, wo wir einen Bus nach Tamale gefunden haben. Der ist dann unterwegs noch liegengeblieben, weil was am Motor kaputt war, aber nach einer gefühlten Ewigkeiten konnten wir - begleitet von äußerst furchteinflößenden Geräuschen - endlich weiterfahren.

Als wir mittags dann endlich in Tamale ankamen, hatten wir den 10-Uhr-Bus nach Techiman längst verpasst, aber eigentlich hatte nach der katastrophalen Woche eh keiner mehr Lust noch zum König der Löwen Felsen zu fahren und so sind wir schon Sonntag Nachmittag mit dem Bus zurück nach Accra gefahren und waren nachts um 4 Uhr endlich zuhause und konnten ins Bett.

Im Großen und ganzen war die Reise also eigentlich ein ziemlicher Reinfall, nur die Jeepsafari mit den vielen Elefanten hat sich definitiv gelohnt!! :)

Und jetzt sind schon 2 von 3 Monaten rum und in 4 Wochen bin ich schon wieder zuhause, die Zeit verfliegt hier so...

Freue mich euch alle wiederzusehen :)

31März
2013

Frohe Ostern! :)

Hallo ihr Lieben und frohe Ostern euch allen! :)

Mein Osterwochenende in Prince's Town war richtig schön :) Wir sind Donnerstag nach dem Projekt direkt zu sechst los nach Kasoa, die kleine Nachbarstadt, haben uns dort noch mit Kathi, einer aus Ramis (die, mit der ich schon mal zu zweit in Prince's Town gewesen bin) Projekt getroffen, und haben ein Trotro direkt nach Takoradi bekommen. Von dort sind wir auch recht schnell weiter nach Agona und weil wir da erst im Dunkeln angekommen sind und so spät keine Trotros mehr nach Prince's Town fuhren, haben wir zwei Taxen dorthin genommen, ist hier ja nict so übermäßig teuer :P

Gegen 22 Uhr waren wir dann endlich völlig ausgehungert da und haben...tata...Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat bekommen!!! :):) Rami und ich hatten den Anderen, was das Essen anging, echt nicht zu viel versprochen, es war herrlich! :) Danach sind wir alle direkt todmüde ins Bett.

An Karfreitag haben wir dann morgens erstmal gemütlich gefrühstückt und ewig zusammengesessen und gequatscht. Nach dem Frühstück sind wir mit den anderen Mädels dann kurz zur Burg und zum Strand, weil die das ja alles noch gar nicht kannten und dann zurück zum Hotel, wo Katha (ein Mädchen, das bis vor einer Woche bei uns im Haus war und jetzt noch 2 Wochen mit ihrem Freund Markus, der nachgekommen ist, durch Ghana reist, mit Markus auf der Veranda saß, die waren auch zufällig über das Wochenende da :) Dann haben wir Renate unsere Klamotten gegeben, die wir mitgebracht hatten, damit sie sie an die armen Bewohner im Dorf verschenken kann und sind anschließend schwimmen gegangen, natürlich wieder in der Lagune mit den Krokodilchen, die kannten mich jetzt ja schon :) :D Renate meinte übrigens, dass das Singen beim letzten Mal keine gute Idee gewesen wäre, weil Krokodile auf Geräusche reagieren...ups...aber naja ist ja alles gut gegangen :)

Simon, der Ziehsohn, Angestellt und Mädchen für alles von Renate und Hartmut ist dann mit mir und so nem anderen deutschen Touri (die anderen Mädels hatten keine Lust mehr) durch den See zu ner kleinen Art Allee im Wasser geschwommen und dadurch in eine wunderschöne Bucht, wo Renate und Hartmut wohl öfter mit dem Kanu zum Kaffeetrinken hinfahren, es war echt wie im Film :)

Sind dann da aus dem Wasser raus und noch zum Meer, aber da durfte man nicht weiter als nen Meter rein, weil die Unterströmungen so krass sind.

Wieder zurück in der Lagune sind wir dann zu den anderen, die grad ne Tour über den See gemacht haben, ins Kanu geklettert und noch durch die Lagune gefahren.

Als wir wieder an Land waren, gabs erst mal ne dicke Torte und danach hieß es Stöcke und trockene Palmwedel für das Osterfeuer am Samstagabend suchen und wir haben tatsächlich einen beachtlichen Berg im Garten zusammengetragen.

Abends gabs dann wieder ein dickes Schnitzel mit den Kartoffeln und der Soße, die Rami und ich vor 2 Wochen schon hier bekommen haben und dann haben wir noch mit Simon gespielt und Limbo getanzt und einfach ewig zusammengesessen.

Als wir u ns dann später irgendwann auf den Weg ins Guesthouse gemacht haben, weil wir ins Bett wollten, haben wir gerade den Schlüssel ins Schloss gesteckt, als sich vor uns auf dem Boden plötzlich was bewegte: ne kleine süße GIFTSCHLANGE! Die hat sich von unserem panischen Gekreische aber gar nicht stören lassen, sondern ist einfach da liegengeblieben und wir sind ganz langsam wieder rückwärts von der Veranda runter und durch den HIntereingang rein. Danach waren wir dann erstmal wieder wach:D

Am Samstagmorgen hieß es um 6 Uhr aufstehen und frühstücken, weil wir um 7 Uhr mit Simon zum Cape Three Points losgewandert sind, dem südlichsten Punkt ganz Westafrikas. Nach 3 Stunden am Strand entlang, über die Berge und durch den  Dschungel waren wir endlich da, haben Mangos gegessen, die Simon unterwegs gepflückt hatte, uns auf die Klippen gesetzt und die Aussicht über das Meer, den Dschungel und die ewig langen Strände genossen. Später sind wir sogar noch rauf auf den Leuchtturm, wo der Wärter uns ganz stolz erzählt hat, dass ARD vor 2 Jahren hier gewesen wäre und Cape Three Points und sein Leuchtturm in Fernsehen gewesen wäre. Muss ich erstmal gucken, ob man das noch in irgendnem ARD Archiv im Internet findet...

Zurück ging es dann leider 3 Stunden durch die pralle Mittagssonne, es war unfassbar heiß und Simon ist soooo gerannt, das war der Wahnsinn, wir haben im ständig gesagt, er soll langsamer gehen, aber das hat dann imer nur für ungefähr 10 Schritte angehalten. Als wir endlich wieder da waren, hatten wir alle den Sonnenbrand unseres Lebens und das Gefühl, jeden Moment zusammenzuklappen. Völlig müde und fertig sind wir einfach nur noch ums Haus rum auf die Veranda zugetrottet, um die Ecke und siehe da: Giftschlange Nummer 2! Diese lag allerdings nicht so friedlich auf dem Boden, sondern hat sich durch unseren lauten Aufschrei furchtbar erschrocken, kam in einem Wahnsinnstempo auf uns zugezischt, wir sind alle zur Seite gesprungen oder den Weg wieder zurückgerannt, nur Markus war leider nicht so schnell und dem ist sie dann gefühlte Ewigkeiten unglaublich zwischen den Beinen hochgesprungen und dann irgendwann zum Glück ohne ihn zu beißen zwischen den Büschen verschwunden. Und erneut war unsere Müdigkeit wie weggeblasen :D Das war das erste Mal, dass ich hier in Ghana richtig Angst hatte...

Auf den Schreck gabs dann erstmal nen dicken Eisbecher und als wir nach Stunden irgendwann wieder da Gefühl hatten unsere Beine bewegen zu können, sind wir alle duschen gegangen und haben dann zusammen mit Renate in der Küche gekocht: Kartoffelecken und Hähnchenflügel und Fisch und Fleisch-Zwiebel-Spieße :)

Nach dem Essen haben wir dann das Osterfeuer angezündet und alle zusammen im Garten unter einem unglaublichen Sternenhimmel gesessen und als das Feuer langsam heruntergebrannt war, sind wir zurück auf die Terasse gegangen und haben Ostereier für den nächsten Morgen bemalt. Ich bin dann schon recht früh ins Bett, weil ich von der Wanderung nen ziemlichen Sonnenstich und tierische Kopfschmerzen hatte, die Anderen saßen alle noch ne Weile zusammen.

Sonntagmorgen sind wir dann wieder früh raus, haben alle zusammen Ostereier gesucht und unser wahrscheinlich letztes reichhaltiges Frühstück hier in Ghana genossen. Um 9 sind wir dann los zur Trotrostation (eigentlich ein Witz, in Prince's Town von ner Station zu sprechen, das ist ein einziges Trotro, das den ganzen Tag zwischen Prince's Town und Agona hin- und herfährt :D), musste dort noch ne Stunde warten (darauf stellt man sich hier inzwischen eigentlich schon immer ein :D und sind dann denselben Weg, den wir hergekommen sind wieder zurück, mit ner kleinen Reifenpanne zwischendurch, aber das gehört hier eigentlich inzwischen auch schon mit dazu :D

Und jetzt sind wir schon gegen 3 Uhr in Accra angekommen und heute Abend gehen wir noch zum Strand und treffen uns mit ein paar ghanaischen Leuten und trinken was und feiern Janas, Tanyas und Antjes Abschied, die drei fahren nämlich morgen :(

Und ich habe gerade erfahren, dass ich ab Morgen die neue Hausmama sein soll, wenn Jana weg ist, die war es nämlich bisher...Na gut, wenn sie mir unbedingt die Verantwortung übertragen wollen...mal sehen was dabei herauskommt :D

Am Dienstag brechen Marina, Caro, Rami und ich dann endlich zu unserer seit Wochen geplanten einwöchigen Rucksacktour durch den Norden Ghanas auf, ich schätze ich werde mich dann erst danach wieder melden...Bis dahin machts gut :-*

27März
2013

The African Way Of Life II

Natürlich habe ich gestern die Hälfte von dem was ich erzählen wollte vergessen und das, was mir heute in der Schule noch alles eingefallen ist, ist bestimmt auch scon wieder zur Hälfte weg, aber ich erzähl einfach noch n bissch was, was mir grad so einfällt...

Fangen wir doch mal mit den Schulen und dem Bildungssystem an: In Ghana werden die Kinder schon mit 1 oder 2 Jaren zur Schule geschickt, wo sie dann in die Vorschulklasse gesteckt werden, in der aber erst mit den Kindern ab 3 oder 4 Jahren richtig Unterricht gemacht wird, die Kleineren sitzen nur rum, krabbeln oder laufen durch die Klasse, gehen rein und raus wie es ihnen gerade passt und werden eigentlich überhaupt nicht beachtet.

Die Unterrichtsmethoden finde ich persönlich ziemlich unsinnig. Die Kinder müssen einfach nur alles auswendig lernen und der Stoff wird regelrecht in sie reingeprügelt und so können sogar schon die 3- und 4-Jährigen perfekt das Alphabet aufsagen und sogar aufschreiben, aber wenn du ihnen dann einen x-beliebigen Buchstaben zeigst und sie fragst, welcher das ist, haben sie keine Ahnung, genauso, wie wenn du fragst, welcher Buchtabe im Alphabet nach R kommt, dann fangen sie an, ab A durchzuzählen, bis sie bei R bzw bei S angekommen sind.

Und in Mathe ist es genau dasselbe, die Kurzen können dir das komplette 1x1 bis 12 aufsagen, aber wenn sie dir 3x8 oder so ausrechnen sollen, gucken sie dich nur mit großen Augen an, als hätten sie noch nie etwas davon gehört. Und dann werden sie verprügelt, wenn sie ihre Aufgaben nicht lösen können und die Lehrerin wundert sich, warum sie das nicht können, obwohl sie es ihnen doch 1000x am Tag vorpredigt.

Außerdem beschränkt sich die Bildung und das Wissen allgemein sehr auf das eigene Land, auch bei den Erwachsenen. Geografische Kenntnisse hat hier sowieso keiner, manche nicht mal, was die einzelnen Länder in Afrika betrifft. Außerdem ist in meiner Schule auf jedem Schulheft Barack Obama abgebildet und niemand hier weiß, wer das ist, meine Lererin hat in für einen unbekannten afrikanischen Politiker gehalten. Außerdem hat meine Lehrerin mich neulich mal gefragt, ob es zu spät ist, die Kinder jetzt noch mit Sand einzureiben, damit sie weiß werden, bei uns würden unsere Mütter das ja schließlich immer direkt nach der Geburt machen. Von den anderen Mädels hört man aus ihren Schulen auch immer die absurdesten Geschichten, wo unsere weiße Haut herkommt. Was die Leute hier für Vorstellungen haben!

Von dem schrecklichen Verkehr habe ich glaub ich ganz am Anfang schon mal erzählt oder? Vorfahrt hat einfach der, der am lautesten hupt (wo sie sich manchmal nicht ganz einig sind), aus der dreispurrigen Hauptstraße nach Accra rein, wird immer MINDESTENS eine fünfspurige gemacht und am schlimmsten sind die Kreisverkehre, wo immer das reinste Chaos herrscht und alle einfach nur laut hupend reinrasen und sich irgendwie zwischen den ganzen anderen Autos durchquetschen, da mach ich einfach immer nur die Augen zu und hoffe, dass wir heile wieder rauskommen. In so einem Kreisverkehr hatten wir ja damals auch unserern Unfall auf dem Weg zur Independence Feier :D Und bremsen kommt hier natürlich überhaupt nicht infrage, wozu auch, wenn man die ganzen Leute auf den Straßen doch auch einfach durch Hupen verscheuchen kann!? Irgendwann liegt mal jemand bei so nem Trotro auf der Windschutzscheibe, ganz sicher...Und auf die 1000 Tiere, die auf den Straßen rumlaufen, wird natürlich noch viel weniger Rücksicht genommen, da ist man sich sogar fürs Hupen zu schade. Und die Viecher sind natürlich auch einfach zu dumm, sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen, da machen wir garantiert auch irgendwann mal noch eins platt. In unserem Haus steht an der einen Wand eine alte To-Do-Liste von irgendwelchen Mädchen, die mal hier waren, und hinter dem Punkt "Ziege mit Bus töten" ist ein fetter Haken!

Tiere gibt es hier übrigens überraschend viele, die wir auch in Deutschland haben. Auf den Straßen laufen überall Unmengen von Hühnern, Ziegen, Schafen, Hunden und Katzen herum, die niemandem zu gehören scheinen und abundzu eingefangen und geschlachtet, meist aber eigentlich nur verscheucht werden. Eine ghanaische Frau, mit der ich mich mal über die vielen Hunde unterhalten habe, hat so angefangen zu lachen, als ich ihr erzählt habe, dass wir die in Deutschland für Geld kaufen und als Haustiere halten und sie versichern und impfen und Steuern für sie zahlen und mit ihnen zum Tierarzt gehen, wenn sie krank sind... Klingt jetzt, wo ich schon länger hier bin, sogar für mich fast schon absurd, Geld, das die Leute hier zum Überleben brauchen, für so etwas auszugeben, auf die Idee würde ich in Ghana auch nie kommen :D

So, das Einzige, was mir jetzt grad noch einfällt, sind die extrem billigen Preise hier, das ist echt der Wahnsinn. Für 15-20minütige Taxifahrten, zahlen wir hier umgerechnet 1,50- 2€, Taschen, Kleider, Hosen usw. ungefär 3-6€, die Raucher zahlen hier 60 Cent für ne Packung Zigaretten, an den Tankstellen kostet Benzin auch ungefähr 60 Cent pro Liter und Diesel 70 Cent (ja, hier ist Diesel teurer als Benzin), eine Stunde im Internetcafe 40 Cent und die ganzen einheimischen Früchte die hier wachsen, kriegste sowieso hinterhergeschmissen, ich kaufe immer 7-8 Bananen für ....50 Cent vielleicht? Und Mango und Ananas genauso.

Dafür wirds bei Milchprodukten und Sachen, die importiert werden teurer: 2,50€ für ne Packung Milch, 3€ für ein paar Scheiben Käse, 4€ für ne Packung Schokokekse, 1,50€ für nen kleinen Schokoriegel, 4€ für ne Zahnbürste, 5€ für ne Packung Shampoo, 15€ für ein Glas Nutella!

Ich hatte noch 1000 andere Sachen im Kopf, die ich erzählen wollte....egal, wenn mir noch was einfällt, schreib ichs noch, oder erzähl es einfach, wenn ich wieder zuhause bin ;)

Über Ostern fahren wir jetzt jedenfalls erstmal nochmal zu dem deutschen Ehepaar nach Prince's Town, damit Ostern dieses Jahr nicht ganz ausfällt...

Ich melde mich dann am Montag wieder!

Bis dann :-*

26März
2013

The African Way Of Life

Sooo da in den letzten Tagen nicht wirklich was Spannendes passiert ist, erzähl ich vielleicht einfach mal ein bisschen was über das Leben hier und die Leute :)

Ich glaube am krassesten finde ich es, wie die Ghanaer uns hier von sich abgrenzen.  Bei sooo Vielem denke ich mir, das wäre in Deutschland so undenkbar, wenn wir Deutschen dass bei uns machen würde, würde es als so rassistisch und ausländerfeindlich gelten! Ich habe mich noch nie in einem fremden Land so als Ausländer gefühlt wie hier in Ghana. Sicher spielt dabei auch einfach die extrem unterschiedliche Hautfarbe eine große Rolle, aber es liegt auch extrem an dem Verhalten der Ghanaer. Das fängt schon mit dem Begriff "Obruni" (Weißer) an, mit dem man hier überall bezeichnet wird. Die Leue rufen es dir auf den Straßen und Märkten hinterher, aber auch die Kinder in der Schule, die deinen Namen ja eigentlich kennen, sagen immer nur Obruni zu dir. Und sogar die Lehrer reden uns so an oder sagen zu den Kindern "Give it to Obruni", wenn wir eine Aufgabe oder so nachgucken sollen. Man müsste sich mal vorstellen, wir würden einen Farbigen in Deutschland konsquent nur "Schwarzer" oder "Neger" nennen! Dabei ist es vielleicht nicht mal unbedingt böse gemeint, aber es nervt dich irgendwann einfach so, wenn du immer mit so vielen anderen über einen Kamm  geschert wirst. Ich glaube "My name is not Obruni!" ist mittlerweile der häufigste Satz, den ich in der Schule benutze.

Außerdem haben alle Schwarzen das Bild, dass die Weißen extrem reich sind. Im Verhältnis zu dem, was die Menschen hier besitzen, mag das vielleicht auch stimmen, aber ich hab von den Leuten hier schon öfter gehört, dass sie davon ausgehen, dass jeder Weiße eine eigene Putzfrau, eine Köchin, einen Gärtner und eine Kinderfrau hat und wir generell total faul sind und nicht arbeiten. Keine Ahnung, was sie glauben, wo unser Geld dann herkommt. Aber auf der Straße redet dich bestimmt jeder dritte an (darunter auch erschreckend viele Kinder) und verlangt Geld oder dass du ihm etwas zu essen oder zu trinken kaufst. Das ist dann keine Frage oder Bitte, sondern es wird einfach als völlig selbstverständlich vorausgesetzt, schließlich bist du reich und kommst in dieses Land, also musst du den Menschen auch gefälligst etwas davon abgeben. Auch die Kinder in der Schule fragen mich ständig nach Geld, Bonbons oder Kuchen, wollen meine Wasserflasche haben und auch meine Lehrerin SAGT mir fast jeden Tag, was ich doch nachmittags mal für die Klasse einkaufen gehen soll (Stifte, neue Hefte, Bonbons, usw.)... Ich habe ja aus Deutschland einige Sachen mitgenommen und davon auch schon ein paar Malhefte, Buntstifte, Radiergummis, Bonbons und so mitgebracht, aber es macht einfach keinen Spaß den Kindern was zu schenken, weil sie sich einfach nicht darüber freuen, es ist nicht ein Danke zurückgekommen, es war für die Kinder völlig selbstverständlich, dass ich mit meinem vielen Geld Sachen für sie kaufe und sie haben sogar noch über die Farben der Buntstifte gemeckert, darüber, dass für jedes Kind nur ein Bonbon da war und die Lehrerin hat nur gesagt, dass ich am Nächsten Tag doch ein paar Malhefte mehr mitbringen solle. Ich hatte erwartet, dass die Kinder sich total über die Sachen freuen würden, aber von Dankbarkeit keine Spur...

Auch die Preise, die wir Deutschen hier bezahlen müssen, sind einfach nur unverschämt, im Verhältnis zu Deutschland zwar immer noch billig, aber trotzdem immer mehr als doppelt so viel, wie die Schwarzen zahlen müssen, sei es im Taxi, auf dem Markt oder bei sonst allem was man einkauft oder unternimmt, es gibt hier eben einfach keine Läden außer einen Supermarkt, sondern du kaufst ALLES (Kleidung, Hygieneartikel, Filme und Bücher, Essen und Trinken, einfach ALLES) auf der Straße und deswegen gibt es nirgendwo in Ghana feste Preise, sondern alles ist auf Verhandlungsbasis und klar lassen die Leute sich etwas runterhandeln, sie wollen ihre Sachen schließlich loswerden, aber du wirst nie etwas zum "schwarzen Preis" bekommen, denn dann verkaufen sie es lieber an die Einheimischen als an die Ausländer und außerdem kauft der nächste Weiße der vobeikommt es sowieso zu dem Preis den sie haben möchten. Mir fehlt es so, einfach mal was zu kaufen, was einen festen Preis ht, an die Kasse oder halt zum Verkäufer zu gehen und einfach nur zu bezahlen und fertig. Hier musst du dich bei allem was du kaufst auf eine eeeeewig lange Diskussion einstellen, wenn du nicht den viel zu hochangesetzten Preis des Verkäufers zahlen willst. Wenn es etwas professionelle ist, zum Beispiel auf Ausflügen, wenn du dir bei der Touristeninfo einen Guido mietest oder so, sind da sogar unterschiedlich festgelegte Preise für Schwarze und Weiße, wobei der für die Weißen manchmal sogar 5x so hoch ist, wie der für die Einheimischen. Wenn man zwei oder drei Wochen als Tourist hier ist, sieht man da vielleicht darüber hinweg oder findet es möglicherweise sogar gar nicht so schlimm, aber wir sind alle Voluntäre, kommen hier  für mehrere Monate in dieses Land, um zu helfen, arbeiten jeden Tag unentgeltlich, müssen sogar noch Geld dafür zahlen und die ganze Zeit die wir hier sind irgendwie unseren Lebensunterhalt finanzieren und dann sowas! Jeder arbeitende Schwarze hier verdient im Moment mehr Geld als wir!

Auf besonders viel Ablehnung stößt man hier vor allem bei den Frauen, insbesondere auf den Märkten, aber auch auf den Straßen, weil wir einfach allein durch unser Aussehen und unsere weiße Haut überall wo wir hinkommen extrem viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen, vor allem eben die der Männer und die ghanaischen Frauen haben einfach Angst, dass wir ihnen ihre Männer wegnehmen. Die hauen einem hier ständig im Vorbeigehen auf den Arsch (aber wie!!!) oder kneifen dich fest in den Arm, einmal als wir im Taxi an einer Kreuzung stehen geblieben sind, hatte sogar eine kurz durch das offene Fenster blind ins Taxi reingeschlagen. Das richtet sich dabei insbesonders gegen die von uns, die kurze Hosen tragen, blond sind oder lange offene Haare tragen. Einmal haben die Frauen auf dem Makt uns sogar alte Krebse hinterhergeworfen.

Das ist aber nur eine Seite Ghanas und der Leute hier, obwohl die meisten auf ein bisschen Geld spekulieren und auch schamlos betteln, sind sie trotzdem auch einfach neugierig auf uns, auf der Straße läuft hier niemand wortlos an dir vorbei, alle fangen an zu strahlen, fragen wie's dir geht, wie du heißt, wo du herkommt, ich glaube ich hab das alles schon ml erzählt...die Menschen können hier auf jeden Fall auch alle richtig offen und gastfreundlich sein, wenn sie wollen.

Und gerade bei den Männer stößt man sowieso immer auf große Beigeisterung, egal wo man auftaucht :D Die könnten dich in stundenlange Gespräche verwickeln, fassen viel ungenierter deine weiße Haut und deine hellen Haare an, und die 2. Frage nach "How are you?" ist immer "Can I have your number?", noch bevor sie überhaupt wissen wie du heißt. Am Anfang waren mir diese Situationen immer soo unangenehm, weil sie das mit so einer Selbstverständlichkeit gefragen und ja auch immer so nett dabei sind, dass ich nie wusste, wie ich reagieren sollte, ich kam mir gemein dabei vor ihnen meine Nummer nicht zu geben. Das Argument "Ich kenne dich doch gar nicht" zählt hier nicht, man tauscht die Nummern schließlich aus, um sich besser kennenlernen zu können. Einigen hat man die Nummer dann tatsächlich einfach gegeben, und die rufen jetzt immer 10x am Tag an, wollen einfach nur mit dir telefonieren oder sich mit dir treffen und fragen ständig, ob du sie mit nach Deutschland nimmst. Mittlerweile schüttel ich einfach immer nur noch lachend den Kopf, wenn mich jemand nach meiner Nummer fragt und sage, dass mich immer jeder nach meiner Nummer fragt und ich sie nicht jedem geben kann, weil mich sonst jeden Tag 1000 Leute anrufen würden! Die Antwort akzeptieren sie meistens...

Naja kommen wir vielleicht mal zu ein paar typisch ghanaischen Bräuchen und Traditionen: Gegessen wird hier generell nur unglaublich scharf - für uns Europäer teilweise echt ungenießbar - weil das Essen und das Trinkwasser und einfach alles hier total verschmutzt und unrein ist und das scharfe Essen soll den Körper reinigen und alle Bakterien im Magen und Darm abtöten, also vor Krankheiten schützen. In unserem Haus haben wir zwar Besteck, aber das ist hier in Ghana eher unüblich und vor allem Geldverschwendung, hier essen alle mit den Händen (ALLES, Reis, Soße, einfach sämtliche Konsistenzen) zusammen aus einem großen Topf oder einer Schüssel - aber nur mit der rechten Hand, die linke ist unrein! Abundzu esse ich in der Schule mit den Kindern und den Lehrerinnen mit und habe am Anfang mal den fatalen Fehler begannen, versehentlich die linke Hand zu benutzen, da war vielleicht was los! :D Die Kinder haben alle völlig entsetzt auf meine linke Hand gezeigt und die eine Lehrerin hat angefangen zu kreischen, während die adere mich nu mit einem vernichtenden Blick betrachtet hat. An dem Tag habe ich nichts mehr gegessen und die Tage danach hat die eine Lehrerin jede meiner Bewegungen beim Essen mit Argusaugen beobachtet. :D Ist mir aber nie wieder passiert... ;)

Was noch....achja, wenn hier jemand nach deinem Namen fragt und du ihn nennst, sagen sie oft nein, sie meinen deinen richtigen Namen! Damit ist dann der Wochentag gemeint, an dem du geboren wurdest, danach werden die Ghanaer hier nämlich benannt, wobei die Namen für Frauen und Männer unterschiedlich sind. Ich bin an einem Donnerstag zur Welt gekommen und heiße deswegen "Yaa", das ist der weibliche Name dafür.

Außerdem darf man hier nachts nicht pfeifen und auf keinen Fall unter der Dusche singen, weil die Ghanaer glauben, dass dann von jemandem den du kennst die Mutter stirbt. Eigentlich ein sehr merkwürdiger Aberglaube, da die Menschen hier eigentlich alle unglaublich gläubig sind, überall hängen Plakate wie "Trust in God" oder "Jesus is the answer" und all solchen Sprüchen hängen oder oft auch als Aufdrucke an Bussen oder Taxen. Jede Schule hat an einem Wochentag Schulgottesdienst (bei mir immer mittwochs) und fast jeder Ghanaer trägt immer eine Bibel bei sich (Zumindest hier im Süden, im Norden sind die Menschen eher Moslems).

Was hier auch ganz anders ist, ist das Zeitgefühl der Leute. Ganz nach dem Motto "There is no hurry in life" hat man hier immer das Gefühl, die Ghanaer hätten alle Zeit der Welt...Hier ist nie jemand in Eile oder muss dringend irgendwohin, feste Uhrzeiten werden gar nicht erst vereinbart, weil eh nie jemand pünktlich kommen würde und wenn doch jemand was mit dir ausmacht, kommt er FRÜHSTENS ne halbe Stunde nach der vereinbaten Zeit. Die Schule bei mir beginnt offiziell auch um 8 Uhr und obwohl ich um halb 9 erst loslaufe, hat der Unterricht trotzdem noch nie angefangen, wenn ich ankomme, die Kinder trudeln noch nach und nach ein, die Lehrerinnen sitzen noch zusammen und unterhalten sich und irgendwann bequemen sie sich dann man dazu mit dem Unterricht anzufangen, verlassen die Klasse aber auch abundzu wenn ihnen grad nicht mehr nach unterrichten ist und die Kinder spielen in der Zeit irgendwas; mit alten Schrauben, Stöcken, Müll, was sie halt grad so finden, es ist unglaublich wie lange diese Kinder sich mit ein und derselben Sache beschäftigen können! Jedenfalls ist das Leben hier sehr entspannt und gemütlich und jeder tut das wozu er gerade Lust hat und vor allem WANN er dazu Lust hat. Es heißt nicht umsonst der Europäer habe die Uhr und der Afrikaner die Zeit ;)

Wer hier überhaupt nichts wert ist, sind die Kinder, die haben schließlich in ihrem Leben noch nichts erreicht. Die laufen manchmal ewig lange mit uns mit ohne jemandm Bescheid zu sagen, wo sie hingehen aber es interessiert auch einfach niemanden. Mir haben schon viele wildfremde Frauen ihr Kind in die Arme gedrückt und gesagt, ich soll es mitnehmen und wenn ein Kind stirbt, ist das hier keine große Sache. Bei uns wäre das das Schlimmste, was Eltern passieren könnte! Ein Vater war sogar froh, dass sein Kind so klein gestorben ist, er meinte, es wäre ein ganz besonderes Kind, auf das Gott nicht warten, sondern es jetzt sofort schon bei sich haben wollte...

Jetzt vielleicht noch ein bisschen was zu unserem Haus: Das es alles sehr dreckig und heruntergekommen ist, hab ich ja schon mal erzählt, aber es ist trotzdem irgendwie gemütlich und total liebevoll gestaltet mit den ganzen persönlichen Bildern und Widmungen an den Wänden, mit denen sich alle die abreisen verewigen. Strom und Wasser haben wir sehr unregelmäßig, der Strom fällt eigentlich jeden Tag mehrere Stunden aus, abends ab 18 Uhr macht der Watchman dann den Generator an, bis wir schlafen gehen, damit wir zumindest Licht haben. Wenn der Strom dann aber mal da ist, ist er überall, man holt sich Stromschläge am Toaster, an der Kühlschranktür, an zahlreichen Lichtschaltern und wenn man seinen Laptop aufklappt, falls dieser gerade mit dem Ladegerät an der Steckdose angeschlossen ist. Wir betätigen den Lichtschalter in unserem Zimmer schon nur noch mit einem Kugelschreiber, weil man sich da jedes Mal einen Schlag holt, an den anderen gerade erwähnten Stellen ist es ist es immer Glückssache :D

Das Wasser in unserem riesigen Tank geht auch öfter zur Neige und wird erst nach mehreren Tage wieder aufgefüllt, jetzte gerade stinken wir auch schon seit 2 Tagen vor uns hin... Geduscht wird natürlich immer nur kalt, wo sollte hier auch warmes Wasser herkommen, und selbst wenn wir Wasser haben, heißt das nicht, dass die Pumpe, die es in die Leitungen pumpt auch funktioniert. Dann muss man sich halt nen Eimer Wasser direkt vom Tank draußen holen und es wird mithilfe eine Tasse und wie immer in der Badewanne hockend geduscht ;)

Gewaschen wird auch nur kalt - und natürlich von Hand - ich koche mir zwar manchmal Wasser, aber es bringt einfach nichts, hier wird NICHTS sauber! Wir sehen ähnlich aus wie unsere Wäsche, meine Fingernägel sind jedes Mal tiefschwarz, wenn ich mich einfach nur am Arm gekratzt habe, mein Handtuch ist braun, wenn ich mich nach dem Duschen abgetrocknet habe und wenn ich meine Haare nach dem Waschen auswringe, ist es egal wie lange und grünlich ich sie eingeschäumt habe, es läuft einfach so eine Drecksbrühe aus ihnen raus! Das Wasser ist hier aber auch eben einfach nicht sauber... Ich glaub zuhause muss ich mich erstmal 2 Stunden in der Badewanne einweichen und danach ist wahrscheinlich die  "haus Hälfte meiner Bräune weg, weil es einfach nur eine dicke Drecksschicht war, die nicht mehr abgegangen ist! :D

Naja ansonsten leben wir hier auch nicht alleine, sondern haben viele süße kleine Haustiere :) Draußen auf der Terasse die Geckos an den Wänden und an der Decke, drinnen die Ameisen an dem benutzten Geschirr, das irgendwelche Leute nicht eingeweicht haben und auf dem Essen, das nicht absolut luftdicht verschlossen oder besser noch eingefroren ist und in den Zimmern, deren Türen nicht richtig geschlossen waren, die dicken fetten Kakerlaken, die rasend schnell in Taschen, Koffer und Klamotten krabbeln! Außerdem kommt jeden Abend unsere kleine Maus aus ihrem Loch und zischt zwischen unseren Füßen über die Terasse und durch Haus. nicht zu vergessen natürlich die dicke Kröte bei uns im Garten, auf die ich beim Wäscheabhängen schon mal barfuß draufgetreten bin, aber sie ist munter weitergehüpft :D

 

Naja hier nun noch Fotos vom Haus, damit ihr mal wisst, wie es hier so aussieht!

 

Das Haus vom Eingangstor aus:

 

 

Das Eingangstor von innen:

 

Der Eingang:

 

Der Eingangsbereich:

 

Schuhe und Farben:

 

Unser schwarzes Brett:

 

Unser Aufenthaltsraum:

 

Der Bühne mit zurückgelassenen Sachen von Abgereisten:

Der Essbereich:

 

 

Die Küche:

 

Schließfächer:

 

Mein Zimmer:

                  

 

Die Terasse:

 

Der Garten:

 

 

Unser Wassertank und Waschplatz:

     

 

 

Sooo das wars dann auch schon wieder, über das Osterwochenende besuchen wir nun nochmal wie geplant Hartmut und Renate in Prince's Town und danach gehts eine Woche in den Norden, werde mich dann nach den Osterferien mit hoffentlich spannenden Reiseberichten melden! :)

Bis daaaaaann :-*

23März
2013

Trommel :)

Juhu! Meine Trommel ist feeeeertiiiiig!! :) War heute im Art Center und habe sie mir abgeholt. In Wirklichkeit ist sie noch 1000x schöner :)

 

18März
2013

Chaoten On Tour

Nach einer relativ unspektakulären Woche, war das Wochenende umso ereignisreicher! In Ramonas (ein Mädchen aus meinem Haus) Projekt gibt es noch vier andere Freiwillige, die mit einer anderen Organisation hier sind und aus der ganzen Welt kommen. Sie wollten am Wochenende nach Nzulezo, ein kleines Dorf an der Grenze zur Elfenbeinküste, das auf Stelzen mitten auf einem See errichtet worden ist (also vergleichbar mit Venedig), reisen und hatten Ramona gefragt, ob sie mitkommen möchte. Allein wollte sie nicht, also hat sie mich noch mitgenommen und Freitag morgen gings los!

Da wir es auf unserem Cape Coast Ausflug mit Praktikawelten zu Beginn meines Aufenthalts nicht mehr wie geplant zu einer bekannten Krokodilfarm geschafft hatten, beschlossn Ramona und ich, dort auf dem Weg nach Nzulezo eben vorbeizuschauen und Fotos mit den Krokos zu machen, uns dann an der Cape Coast Bus Station mit den anderen zu treffen und gemeinsam weiterzufahren. Obwohl wir beide ne Orientierung wie n Brot haben und auf unseren bisherigen Reisen immer zu denen gehörten, die völlig ahnungslos hinter den Anderen hergedackelt sind, haben wir das sogenannte Hans Cottage in Cape Coast trotz mehrmaligem Umsteigen problemlos erreicht! :) Eine total süße Hotelanlage mit dem Restaurant auf Stelzen mitten auf dem See mit den Krokodilen und es gab sogar einen Pool :O

Die erste Ernüchterung folgte dann allerdings, als die Kellnerin uns mitteilte, dass die Krokodile erst nachmittags gegen 15 Uhr aus dem Wasser kommen (es war 10 Uhr morgens). Dann riefen auch noch die anderen an, weil sie doch auch noch zum Hans Cottage kommen wollten und gegen 13 Uhr da sein würden und wir ärgerten uns, dass wir spät abends noch gepackt und morgens so früh aufgestanden waren -.- Es hieß also erstmal warten und warten und warten...

Auf einmal riefen die Anderen wieder an, um uns mitzuteilen, dass sie Cape Coast verpasst hätten und nun direkt nach Nzulezo fahren würden, wir würden uns ja dann abends dort treffen. Na super! Ramona und ich hatten absolut keine Ahnung, wo Nzulezo geschweige denn das Hotel war und wie (mit welchen Bussen, wo umsteigen) wir dort hinkommen sollten. Wir beschlosen spätestens um 15 Uhr aufzubrechen, weil wir einen noch echt langen Weg vor uns hatten und man in Ghana im Dunkeln nicht mehr unterwegs sein sollte...Als die Krokodile sich bis dahin immer noch nicht hatten blicken lassen, hatte unsere Stimmung den absoluten Nullpunkt erreicht und völlig gefrustet zogen wir wieder los und freuten uns auf die stundenlange Trotro Fahrt die vor uns lag -.-

Wir waren gerade um die Ecke gebogen, als wir eine deutsche Frau (ca Anfang 70, aber noch total junggeblieben und dynamisch) trafen, die seit Jahren hier in Ghana überwintert und immer von November bis April im Hans Cottage aushilft. Sie erzählte uns total begeistert wie sie vor einigen Jahren allein mit ihrem Rucksack 4 Monate durch Ghana gereist ist und das Land erkundet und total viele Leute kennengelernt hat und als wir ihr erzählten, wo wir inwollten, hat sie uns ganz dringend von Nzulezo abgeraten, weil die Stadt nicht besonders schön und die Leute einfach nur unfreundlich wären. Außerdem sei es jetzt eh viel zu spät noch irgendwo hinzureisen, weil es bald dunkel würde und da wir sowieso schlechte Laune und keine Lust auf gar nix hatten, ließen wir uns nur zu gerne dazu überreden, die Nacht doch hier im Hans Cottage zu verbringen und morgen früh zu schauen, wie es weitergehen soll.

Das bedeutete natürlich erstmal ab in den Pool!! :) Es war so herrlich! Und um 17 Uhr kamen dann sogar endlich die Krokodile aus dem Wasser und wir konnten sie tatsächlich streicheln und Fotos mit ihnen machen :O Abends haben wir dann lecker gegessen und sind früh ins Bett, weil wir einfach nur fertig vom Tag waren...

Samstag morgen haben wir dann ein noch viel leckeres Frühstück bekommen, dass sogar im Preis inklusive war. Liz hat uns dann total von einem kleinen Cottage in Prince's Town vorgeschwärmt, das einem deutschen Ehepaar gehört und irgendwo im nirgendwo mitten im Busch liegt, weswegen da auch kaum Touristen hinkommen und dass "Hartmut und Renate" mittlerweile richtig gute Freunde von ihr wären und wir da unbedingt mal hinmüssten - gesagt, getan! Kurz die Anderen angerufen, dass wir nicht mehr nach Nzulezo kommen würden und dann sind wir einfach ml drauf losgefahren ohne genau zu wissen wohin, geschweige denn wie, aber wir haben uns einfach bei allem und jedem durch gefragt und jeder wusste immer zumindest ein kleines Stück weiter und ja vielleicht wär es einfacher gewesen und schneller gegangen, wenn wir uns ausgekannt hätten, aber die Reise nach Prince's Town war soooo lustig und wir haben an diesem einen Tag so unglaublich viele Leute kennengelernt, die Ghanaer sind alle so hilfsbereit, das letzte Stück sind sogar noch 2 mit uns mitgefahren, ausgestiegen und haben uns zu Fuß noch den Weg zur Unterkunft gezeigt, obwohl sie schon ne halbe Stunde vorher hätten aussteigen müssen. Zwischendurch hatte ein Trotro dann bei voller Fahrt nen Reifen verloren, das Trotro ist dann noch n Stück weitergetaumelt, stehen geblieben, der Fahrer ist zurückgelaufen, hat den Reifen wiedergeholt und ihn mit nem Hammer und nem Seil irgendwie wieder einigermaßen befestigt :D

Sind dann zum späten Nachmittag da angekommen, haben erst ewig mit den beiden gequatscht, die sich total über uns zwei Deutsche gefreut haben, und sind dann noch durch das kleine Dorf (was echt so richtig typisch afrikanisch war) geschlendert, haben eine deutsche Burg besichtigt (der einzige Grund, warum dieser winzige Ort im Nichts im Reiseführer steht) und sind dann noch am Strand entlang gelaufen, bis zu der Stelle, an der der Fluss Butre ins Meer mündet - total schön! :)

Der Strand ist wohl relativ gefährlich und man sollte eigentlich nichts bei sich haben, wenn man dort langläuft, deshalb hat der Bewacher der Burg einfach kurzerhand alles stehen und liegen lassen und ist ewig mit uns am Strand entlanggewandert, weil er uns dort nicht allein lassen wollte...total der Liebe :)

Das Beste kam aber dann am Abend: Renate meinte, dass wir ja bestimmt schon lange nichts deutsches mehr gegessen hätten und hat uns ein riiiieeeesen Schnitzel mit Kartoffeln und Senfsoße gekocht!!!! Nach 5 Wochen Fleischentzug war das einfach nur wie im Paradies!!! :):) Saßen dann auch abends wieder ewig mit Hartmut und Renate zusammen, die haben ein wunderschönes riesiges Grundstück mit einem traumhften Garten direkt am See, in dem ca 30 Krokodile leben, die aber harmlos wären und lauter Affen im Garten, die man füttern kann, sooo süß :)

 

Am nächsten Morgen haben wir uns dann tatsächlich davon überzeugen lassen, dass man trotz der vielen Krokodile in der Lagune schwimmen gehen kann und nachdem wir einige Zeit etwas ängstlich am Ufer rumstanden, bin ich dann irgendwann einfach rein ins Wasser! :D Ramona kam irgendwann etwas zögerlich hinterher, ist einmal kurz untergetaucht, schnell wieder raus und hat gerufen "So! Das reicht! Jetzt kann ich sagen, ich war schon mal in nem See mit Krokodilen!" :D Ich fands aber als ich einmal drin war überhaupt nicht mehr schlimm, ich hab einfach laut gesungen, um alle Krokodile zu vertreiben und es war einfach nur ein irres Gefühl!

Anschließend haben wir sogar noch einen Eisbecher bekommen und die beiden haben uns über Ostern zu sich eingeladen und wollen ein Osterfeuer mit uns machen, sich bis dahin überlegen, wie man Ostereier färben könnte, mit ihrem Kanu eine Fahrt durch ihre Lagune machen und mit Motorrädern zu irgendnem Aussichtspunkt fahren. Wahrscheinlich machen wir das wirklich, besuchen wollen wir die auf jden Fall nochmal!

Gegen Mittag sind wir dann wieder aufgebrochen und waren ca um halb 11 Uhr abends endlich wieder zuhause und froh, dass wir die zahlreichen halsbrecherischen Trotro Fahrten unbeschadet überstanden haben, die rasen echt durch die Gegend, das ist der Wahnsinn!

Naja und jetzt ist schon wieder Montag, also An- und Abreisetag und in einer Woche ist schon die Hälfte meiner Zeit hier rum...

Ich hoffe euch gehts gut, mir gehts super! Gesundheitlich grad auch alles im Lot, abgesehen von den zahlreichen Mückenstichen, gegen die man einfach nix machen kann -.-

Bis baaaaaald! :-*

09März
2013

Rastas!

Nachdem ich zuhause 100x gesagt habe, dass ich mir KEINE Rastas machen werde, weil ich Angst um meine Haare, Angst vor Läusen, Angst vor Hautausschlägen auf dem Kopf und keine Ahnung was alles hatte, habe ich mich nun doch getraut und nach knapp 6 Stunden sieht das Ergebis SO aus:

 

Es tut unglaulich weh! :D Aber soll wohl in 1-2 Tagen besser werden... Wir werden sehen :D

07März
2013

Fotos

So ich hab jetzt endlich mal in all meinen Berichten die dazugehörigen Fotos an den passenden Stellen eingefügt, könnt ja nochmal durchgucken, wenn ihr mögt ;)

Und danke übrigens für eure ganzen lieben Kommentare, ich schaffs leider meistens nicht, sie zu beantworten, aber ich freu mich jedesmal wenn ich was Neues lese total!!! :)

Gute Naaaacht!! :-*

 

 

07März
2013

Jamestown und Independence Day

Das Wasser ist wieder da!!! Boah ich werd das zuhause so zu schätzen wissen, unglaublich über was für Dinge wir uns hier wie blöd freuen können, die in Deutschland völlig selbstverständlich sind :D

Mein erster Schultag in der neuen Klasse am Dienstag war total schön, die Lehrerin ist so nett und den ganzen Tag nur am Lachen, die Kinder sind alle noch total klein und sooo süß und es hat einfach Spaß gemacht, habe mit der Lehrerin ZUSAMMEN den Unterricht gemacht und auch ein viel vielfältigeres Angebot und gaz individuelle Aufgaben für die Kinder, jedem seinem Leistungsstand entsprechend, in der andere Klasse kam die Hälfte der Kinder immer nicht mit. Dafür bekommen die Kinder auf all ihre Leistungen extreme Rückmeldungen. Die Lehrerin fordert die Schüler zwar einerseits auf, für ein Kind, das etwas Richtiges gesagt oder eine Aufgabe gut gelöst hat, zu klatschen, aber andererseits müssen sie ein Kind, das etwas falsch macht, auch alle auslachen... Also die totale Bloßstellung! Finde ich aber besser, als die Kinder zu schlagen, so wie die andere Lehrerin in meiner alten Klasse das gehandhabt hat...

Dienstag Nachmittag sind wir zu viert nach Jamestown in ein kleines Fischerdorf und totales Armenviertel gefahren, weil zwei von und kommenden Montag abreisen und ihre alten Klamotten, die sie nicht mehr mit nach Hause nehmen wollen, dort an die Leute verschenken wollten. Haben direkt einen Mann getroffen, der uns angeboten hat, mit uns in das Dorf zu gehen und uns alles zu zeigen... Wir waren dann echt richtig in den Slums, unglaublich in welcher Armut die Menschen dort leben, ich hab ja nun wirklich schon viele total heruntergekommene und verdreckte Lehmhütten und Schlafplätze von alen möglichen Menschen gesehen, aber dieses Dorf hat echt nochmal einen oben drauf gesetzt. Völlig zugemüllt, alles halb eingestürzt und durch den Regen letzte Nacht (ja ich hab hier nun tatsächlich schon 2x Regen erlebt!) war auch noch alles völlig überschwemmt und die Hütten bzw das, was noch davon übrig war total unter Wasser gesetzt.

(Dächer von oben)

 

 

 

Anschließend hat der "Guide" uns auch noch das nahgelegene ehemalige Gefängnis gezeigt, das bis 2007 noch genutzt worden sein soll! Kann man sich überhaupt nicht vorstellen, weil alles dort so veraltet und einsturzgefährdet und heruntergekommen aussieht, wie so n Gefängnis aus dem Mittelalter, mit winzigen fast stockdunklen Zellen, in die jeweils 500 Menschen eingepfercht worden sind, die müssen sie ja übereinander gestapelt haben! Dass es sowas 2007 noch gegeben haben soll, finde ich absolut unvorstellbar! In ganz vielen Zellen hingen auch deutsche Zeitungsartikel  an den Wänden, wie die dahin kamen konnte der Typ uns auch nicht sagen...

Danach sind wir noch nach Accra ins Art Center gefahren und ich habe mir jetzt ne eigene Trommel bestellt, die nun nach meinen Wünschen angefertigt wird und in einer Woche abholbereit sein soll! :) Wenn sie wirklich so aussieht, wie ich sie haben will, sind da hinterher ein Elefant, eine Giraffe, ein afrikanisches Symbol, das Liebe und Harmonie bedeutet, und die Schriftzüge "Elena" und "Ghana 2013" drauf :)

 

Mittwoch war es dann endlich soweit: Independence Day! Der wichtigste ghanaische Feiertag des Jahres! Sind früh morgens zum Unabhängigkeitsplatz nach Accra reingefahren und hatten auf dem Weg dahin unseren ersten längst überfälligen Trotro Unfall! Mitten im Kreisverkehr (kei Mensch weiß, wie viele Spuren die eigentlich haben, es fahren alle irgendwie durcheinander und ne Vorfahrtsreglung gibt es natürlich auch nicht) ist uns ein Jeep voll n die linke Seite reingefahren! Die beiden Fahrer sind dann aus dem kreisverkehr raus, rechts ran gefahren, haben kurz gemeinsam die gigantische Delle im Trotro und den Schaden am Jeep bestaunt, sich die Hände geschüttelt und sind beide weiter gefahren :D

Der Trotro Fahrer ist dann sogar mit uns zur Unabhängigkeitsfeier gekommen und es war echt beeindruckend. Der Platz selbst ist wie ein riesiges Stadion mit großen Tribünen, auf denen sich unfassbar viele Menschen drängten. als wir kamen, sind direkt die ersten auf uns zugerannt gekommen und haben uns irgendso ein Blumengesteck in den ghanaischen Farben (rot, gelb, grün, schwarz) angesteckt und wir haben uns völlig begeistert über das vermeintliche Geschenk gefreut, bis sich herausstellte, dass sie pro Ding einen Cedi haben wollten. Wir haben sie trotzdem genommen und uns außerdem nch Anstecker und Fahnen besorgt und dann unter die Menge gemischt. Der ganze Platz war voll von verschiedenen Gruppierungen (Militär, Polizei, usw) die den ganzen Tag da in ihren Uniformen in der Sonne rumstehen und abundzu in bestimmten Formationen und Choreografien über den Platz marschieren mussten. Dann sind natürlich 1000 Reden gehalten worden, der Präsident war da und abundzu sind Autos, Reiter oder Motorräder feierlch über den Platz begeitet worden und die Mengen brachen jedes Mal in Begeisterungsstürme aus! :D Irgendwann sind sogar Hubschrauber über uns hinweggeflogen. Wir haben aufgrund der schlechten Akkustik und den extremen ghanaischen Akzenten nicht wirklich viel verstanden und die ganze Zeit einfach mitgjubelt, wenn die Leute anfingen völlig euphorisch zu klatschen und irgendwas zu schreien. Es war spannend! :) :D

Heute und morgen sind jetzt noch bewegliche Ferientage und ich muss nicht zur Schule. Heute morgen waren wir erst im Supermarkt einkaufen und mittags sind wir nach Kaneshie auf den arkt gefahren, um uns Stoffe zu kaufen. Wieder zuhause sind wir damit dann direkt zur Schneiderin gelaufen, haben unsere Maße nehmen lassen und lassen uns nun Tops und Kleider nähen. Ich bin gespannt wie die aussehen und ob sie tatsächlich passen werden.

Bin nun schon fast 4 Wochen hier und irgendwie erleb ich trotzdem jeden Tag was Neues und seh immer noch ständig Orte, an denen ich vorher noch nicht gewesen bin, obwohl sie teilweise ganz in der Nähe sind. Es wird jedenfalls nicht langweilig! :) Nur zwischendurch etwas anstrengend...morgen werden wir uns wahrscheinlich mal einen entspannten Strandtag gönnen :)

 

Ich hoffe euch gehts genauso gut wie mir grad, lasst mal was von euch hören :)

04März
2013

Der Osten

Hallo meine Lieben :)

Nachdem wir vor 2 Wochen im Westen Ghanas waren, sind wir letzten Donnerstag für 3 Tage in den Osten und die Voltaregion gereist. Es hat Donnerstag zwar eine Weile gedauert morgens im Berufsverkehr mit 12 Leuten von hier wegzukommen und die Fahrt war dann auch recht eng und ungemütlich weil wir ein wirklich kleines Trotro bekommen haben, aber immerhin hat uns das direkt nach Hohoe gebracht und wir mussten nicht noch 1000x umsteigen. Von da aus war es dann noch ca ne halbe Stunde mit dem Taxi zu unserer Unterkunft. Eigentlich wollten wir in die deutsche Lodge direkt daneben, aber die hatten so spontan keine 12 Betten mehr frei und so mussten wir in die doppelt so teuer Water Heights Lodge nebenan. Die war dafür aber auch atemberaubend schön, sowohl von außen als auch in den Zimmern und alles war sauber, vor allem die Betten, so wohl wie in diesem Bett fühl ich mich nicht mal in meinem Bett im Praktikaweltenhaus.

 

Völlig ausgehungert wie ich war (es war inzwischen halb 3 und wir hatten um 6 Uhr 2 Scheiben Toast gefrühstückt), dachte ich wir würden jetzt sofort unser Mittagessen nachholen, aber den anderen war es zu teuer 2x am Tag was in dem Hotel zu essen und so haben wir nur unser Abendessen für 18 Uhr bestellt und wollten draußen nach irgendwelchen Essensständen gucken, wo man günstig ne Riesenportion Reis oder so kriegen kann, die gibt es bei uns in Accra an jeder Straßenecke...wir waren aber natürlich im letzten Hinterkaff gelandet und trafen auf der Straße nur auf ein paar Hühner und Ziegen...das hieß 12 Stunden kein Essen!! Wir sind dann ein Stück zur Touristeninformation gelaufen, um uns über die Wanderrouten zu den Wli Waterfalls, den längsten Wasserfällen Westafrikas, für den nächsten Tag zu informieren und haben dann dort och einige Schmuckstände gefunden, wo wir rumstöbern konnten, bis es endlich 18 Uhr war...

Auf dem Weg zum Hotel hatte ich solche Magenschmerzen vor Hunger, habe dann innerhalb weniger Minuten meine Spaghetti Bolognese (ja ich hab mich an was Fleischiges getraut, war aber so gut wie nix drin) in mich reingeschaufelt, von 2 Mädels noch die restlichn Pommes aufgefuttert und mir dann noch nen Pancake - als Nachtisch sozusage :P - bestellt. Danach hatte ich dann zwar Bauchschmerzen vom schnellen Essen, aber immerhin war ich satt :) Dafür hab ich nachts ne Stunde vor dem Klo gesessen, weil mir so schlecht war, aber nix gekommen...

Am nächsten Morgen sind wir dann früh raus, gefrühstückt und los zur Touristeninfo! Ines und ich waren die einzigen, die zum Upper Waterfall hochklettern wollten, die anderen hatten keine Lust auf Wandern und Bergsteigen und wollten nur zum Lower Waterfall. Also haben wir uns einen Guide genommen, sind zusammen mit den Anderen ca 20 Minuten zum Lower Waterfall gelaufen, haben die da abgesetzt und dann gings los! Einzige Anweisung war, Bscheid zu sagen, wenn wir von ner Schlange gebissen worden sind und auf unsere Frage hin, ob das oft passiert, meinte der Typ nur jaja das wär hier ganz normal...Ines und ich haben beide nen Stock in die Hand gedrückt bekommen und auf gings! Man kann nicht wirklich von Wandern sprechen, es ging steil bergauf und eigentlich sind wir nur an irgendwelchen Baumwurzeln und Felswänden hochgeklettert und haben uns mit unseren Stöcken irgendwo hochgehieft, es war unfassbar anstrengend, vor allem bei den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit hier, ich hab noch nie in meinem Leben so geschwitzt! Hat aber auch mal wieder Spaß gemacht, sich sportlich zu veraußgaben, man macht ja sonst nix hier :D Nach 2 1/2 Stunden sind wir dann endlich am Wasserfall angekommen, haben schon die Berge von Togo gesehen und waren im Wasserfall schwimmen, endlich al kaltes Wasser, das Meer hier ist ja die reinste Badewanne! 

Die halbstündige Pause da haben wir auch echt gebraucht, ich hab selten was ähnlich Anstrengendes gemacht...der Weg wieder runter war noch schlimmer! Es war so steil, dass wir echt Schiss hatten abzustürzen, wenn man zu sehr in Schwung käme, vor allem weil unsere Kräfte uns echt langsam verließen und wir immer öfter abgerutscht sind...der Typ hat uns auch immer wieder gesagt, dass wir ziemlich aufpasse müssen, dass wir nicht abstürzen :o 

Als wir endlich unten ankamen und wieder festen Boden unter unseren Füßen hatten, waren wir echt am Ende unserer Kräfte. Unsere Knie zitterten, Ines wurde plötzlich schwarz vor Augen und sie musste sih kurz auf den Boden legen und als ich versucht hab zu trinken, ist mir die Wasserflasche einfach so aus den Händen gerutscht, weil ich keine Kraft mehr hatte sie fetzuhalten.

Nach einer ewigen Dusche kam dann unser kleines Highlight: CURRYWURST MIT POMMES!! :) Sind abends in dem deutschen Hotel essen gegangen und es war einfch nur göttlich! :) Die Soße schmeckte zwar nicht wirklich nach Curry und die Wurst war auh eher ne Mettwurst aber geil wars trotzdem :) Sind dann abends alle recht früh ins Bett, vor allem Ines und ich waren einfach nr fertig! :D

Am nächsten Morgen sind wir wieder früh raus, haben ausgecheckt und sind mit dem Trotro zum Voltasee, dem größten Stausee der Welt gefahren. Dort sind wir dann mit einem Boot (wenn ich Boot sage, meine ich auch wirklich BOOT) zu einer kleinen Insel mit einem Stamm von Eingeborenen gefahren (hatten einen bewaffneten Aufpasser bei uns :D) und haben die besucht. Ich glaube es ist gar nicht üblich die Insel zu besichtigen, die wussten da nämlich nicht wirklich was mit uns anzufangen und wir wussten auch nicht so recht, was wir eigentlich da wolten, einfach mal die Eingeborenen sehen. War auch total spannende, das waren so richtige Ureinwohnen, wie man sich so nen alten afrikanischn Stamm vorstellt mit nem Oberhaupt (das überraschend jung war) und ner eignenen Königin, die jeden einzelnen der 100 Stammesmitglieder persönlich kennt und sie haben uns herzlich willkommen geheißen und uns mit ner richtigen Zeremonie mit ganz begverschiedenen Ritualen begrüßt, sie haben Alkohol auf dem Boden verschüttet und dabei irgendwas gemurmelt oder dann haben wir zum Beispiel alle was zu trinken bekommen und mussten bevor wir getrunken haben auch was davon auf den Boden schütten, um es Gott zu widmen und ihm für das Trinken zu danken. Dann hat die Königin uns erlaubt, dass wir uns von dem bewaffneten Mann die Insel zeigen lassen dürfen. Die wohnten dann da in richtigen Lehmhütten mit Strohdächern und überall liefen Ziegen und Hühner rum (eigentlich wie auch bei uns in Accra) und die Kinder waren alle nackig. Sie haben uns noch ihre Fischerboote gezeigt und ihren Gottesbaum unter dem immer alle Zeremonien und Feste und Tänze und so stattfinden. Die Männer wurden aber irgendwann alle ziemlich aufdringlich, der eine Mann wollte mich unbedingt heiraten und dass ich ihn mit nach Deutschland nehme und als ich meinte, dass ich nen Freund hätte, hat er gesagt, er wüsste was Gott will und Gott hätte uns dazu bestimmt zu heiraten und ich müsste mich Gottes Willen beugen und meinen Freund verlassen, weiehören weil wir zusammen gehören wurden... An dieser Stelle sind wir dann wieder aufgebrochen :D

 

 

(Mein - wenn's nach ihm ginge - Ehemann in spe :D)

 

Es folgte die wohl bisher unglaublichste Trotro Fahrt zurück nach Accra! :D Während wir sonst mit 12 Leuten immer ein Trotro für uns hatten, wollute der Fahrer scheinbar unbedingt  noch mehr Kohle verdienen und hat ohne Ende noch Leute zu uns reingestopft! Irgendwann saßen irgendwelche schwarzen Kinder bei einigen von uns auf dem Schoß und unsere Rucksäcke waren überall im Trotro verteilt. Der Höhepunkt war, dass der Fahrer auf einmal an so nem Markt hielt und sich drei Hühner kaufte, die er einfach nur an den Füßen zusammenband, um sie zuhause zu schlachten und dann so wie sie waren in den Kofferraum auf unsere Rucksäcke und im Trotro zwischen unseren Füßen verteilte!! Unfassbar! Und dann noch stundenlang durch die Hitze, die Armen Viecher! Wir wussten nicht so recht ob wir fassungslos sein oder lachen oder vor lauter Mitleid anfangen sollten zu weinen... :D

Abends zuhause angekommen, hatten die Mädchen die nicht mitgekommen waren verschiedene Salate und Stockbrotteig vorbereitet und dann haben wir und dann haben wir uns alle gemütlich ums Feuer gesetzt und gegessen und Tanya hat irgendwann ihre Gitarre rausgeholt und es war einfach total schön :)

Später sind wir dann noch auf der Reggaeparty und haben in den Geburtstag von 2 Mädels hier reingefeiert, hatten beim Kiosk um die Ecke (langsam macht sie unserem Benjamin echt Konkurrenz, sie hat auch Eis!! :) :D ) echten deutschen Erdbeersekt gekauft!!! (sie war wohl vor nem Jahr in Hamburg und hat den Kistenweise mitgenommen)  und konnten dann richtig schön anstoßen :) Traf sich nur nicht so gut, dass um Punkt 12 dann natürlich auch alle von zuhause anriefen um zu gratulieren :D

Sonntag haben wir dann einfach nur nen schönen Strandtag gemacht an dem ich mir DEN Sonnenbrand überhaupt geholt habe und sind danach zu unserem Stammitaliener am Strand gegangen und haben noch n bisschen Geburtstag gefeiert :) Anschließend waren wir noch auf ner echten afrikanischen Party, weil Sonja am Mittwoch abreist und die war n halbes Jahr her, deswegen kennen die ganzen Ghanaer hier in der Umgebung sie mittlerweile und haben ne Abschiedsparty für sie veranstaltet und es war zwar stockdunkel, weil die kein Licht haben, aber total cool, nur das Bank was es zu essen gab war nicht wirklich lecker :D Das war so n komisch bitter-suarer Teigkloß, den man in so ne rote scharfe Soße tunkt :D

Und heute war ich wie üblich erst in der Schule (ich darf ab morgen die Klasse wechseln!!!! :) Bin nämlich ab morgen die Einzige in meiner Schule, weil die beiden die vorher mit mir da waren und zusammen in der Klasse mit den ganz Kleinen gewesen sind heute beide abreisen und ich deswegen ab morgen zu den Kleinen mit der netten Lehrerin kann!! :) ), danach sind wir im Supermarkt einkaufen gewesen, dann kam eine Neue und jetzt sind gerade eben 4 Leute abgereist und wir sitzen jetzt gerade alle heulend auf der Terasse, ist grad n bisschen traurig hier .... :D

Unser Wassertank ist übrigens leer, das heißt hier kann im Moment keiner duschen oder Geschirr spülen und die kläglichen Reste versuchen wir irgendwie auf die Klos aufzuteilen....total ätzend aber naja, das ist auch Afrika. Ich werd mir jetzt mal ein paar Bratkartoffeln mit Spiegelei machen, wenn ich noch ne saubere Pfanne und nen Teller finden werde...

Küsse :-*

27Februar
2013

What the fuck is "Apollo"!?!?

Natürlich hab ich diese Scheiße jetzt auch!! Gestern morgen mit völlig zugeschwollenen vereiterten Augen aufgewacht. Na super!

(So sah es zu den harmlosesten Zeiten aus, ich hab kein schlimmes, da wa es noch nicht rot und vereitert, hat nur angefangen zuzuschwellen)

 

 Also nicht zur Schule gegangen und erst mal antibiotische Augentropfen reingemacht. Der Tag war dann recht trostlos, ich lag den ganzen Tag nur auf der Terasse rum, hab zumindest links so gut wie gar nix gesehen und meine Augen taten unfassbar weh und waren so am suppen, es lief mir die gaze Zeit im Gesicht runter und tropfte vom Kinn. Die Helligkeit war auch total unangenehm, aber ich konnte keine Sonnenbrille tragen, weil mir schon die Bügel auf der Nase wehtaten. Jede halbe Stunde bin ich dann rein, um mir mit Wattestäbchen die gröbsten Eiterschleimklumpen aus den Augen zu pulen und das Gesicht abzuwasche und alle 3 Stunden Tropfen rein, die aber so gebrannt haben, dass mir sofort die Tränen kamen und ich das Gefühl hatte, sie wurden sofort wieder ausgeschwemmt. Mittags als die anderen Mädchen wiederkamen, hat mir eine Kochsalzlösung von ihren Kontaktlinsen gegeben, mit denen ich mir dann immer mal wieder die Augen ausspülen konnte. Matilda kam dann auch irgendwann und da sie Geburtstag hatt, haben wir alle zusammen Happy Birthday gesungen und ihr unsere Karte und eine kleine Geschenktüten überreicht, die wir Montag Abend noch vorbereitet hatten. Sie hat vor Freude fast angefangen zu weinen. :) Als sie mich gesehen hat, meinte  sie sofort "Oh no, Apollo!" Genau wie Ebenezer (Teamleitung hier in Ghana) und der Geschäftsführer von ganz Praktikawelten, der im Moment wohl ne Weltreise durch alle Praktikaweltenländer macht, um die Häuser zu besuchen und gestern spontan bei uns aufgekreuzt ist. KEINE AHNUNG was dieses Apollo sein soll, alle Ghanaer sagen das sofort, wenn sie jemanden von uns mit diesen entzündeten Augen gesehen haben, aber im Internet existiert diese Krankheit überhaupt nicht. Der Geschäftsführer war ja zum Glück Deutscher und hat mir dann erklärt, dass man das in Ghana wohl öfter bekommt, schinebar gabs da unter den Teilnehmern hier schon mehrere Fälle, er ir auch nicht genau erklären könnte, was dieses Apollo genau für eine augeninfektion sein soll, aber sie wohl dadurch entsteht, wenn verunreinigtes Wasser in die Augen gerät (also jedes mal beim Duschen!?) und es aber nach ein paar Tagen wohl wieder weggeht. Nachmittags sind die Anderen dann alle zusammen nach Accra ins Artcenter gefahren und ich hab mich sooo geärgert, dass ich nicht mitkonnte, hatte mich da scho seit ner woche drauf gefreut :( Also auch noch ein langweiliger Nachmittag auf der  Terasse, meine Augen wurden immer schlimmer und abends bin ich dann irgendwann einfach nur noch völlig frustriert ins Bett und hab mir noch irgendne Salbe in die Augen geschmiert. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hat das rechte Auge, dem es gestern noch etwas besser ging als dem linken, genauso schlimm geeitert wie das Andere -.- Dafür waren sie aber nicht mehr so stark angeschwollen und haben nicht mehr wehgetan, kann also heute zum Glück eine Sonnenbrille tragen. Dafür haben sie heute höllisch angefangen zu jucken, ich hoffe es ist ein Zeichen dafür, dass sie heilen! Da meine Lehrerin gestern zu den andern Mädchen in meinem Projekt ausdrücklich gesagt hat, dass Apollo hochansteckend ist und ich ja erst wiederkommen woll, wenn es komplett weg ist, bin ich heute also wieder nicht in die Schule gegangen... Ich hoffe wirklich, dass es Morgen deutlich besser ist, schließlich wollen wir morgen für 3 Tage in den Osten verreisen, an den Wasserfällen entlang wandern und zur Voltamündung, aber wenn es mit den Augen nicht besser wird, hab ich da gar keine Lust zu, wäre so schade :( Naja werde den Rest des Tages vermutlich wieder auf der Terasse verbringen und mir den Eiter übers Gesicht laufen lassen, muss nur nachher kurz mit zum Supermarkt, um Geld für die (hoffentlich!) Reise abzuheben...

.Drückt mr die Daumen, dass ich die Scheißee morgen früh los bin... :(

 

25Februar
2013

"Drum Session, Hausparty und Reggae Night" oder "Herpes, Läuse und andere Katastrophen"

Soooo nachdem ich das alles grad schon mal geschrieben habe und genau in dem Moment, in dem ich auf „Senden“ geklickt habe, das gesamte Internet im Internetcafe abgestürtzt ist und ich LEICHTE Aggressionen gegen elektrische Geräte im Allgemeinen verspüre!!! Kann ich nicht dafür garantieren, dass der Bericht jetzt nochmal genau so ausführlich wird, tut  mir leid…

Ich hab jedenfalls mal wieder viel erlebt!  Gegen Ende der Woche hat plötzlich gefühlt die Hälfte der Mädchen Herpes bekommen, teilweise auch welche, die es noch nie vorher in ihrem Leben gehabt haben und diese Lippen sind sooo am wuchern, es wird trotz Cremes, Pflaster und Tabletten jeden Tag schlimmer :D Ich kann im Moment noch darüber lachen, dass hier alle wie totale Schlägerbräute rumlaufen, weil ich noch verschont geblieben bin, aber da wir hier alle so unhygiennisch zusammenleben (Geschirr wird nur kalt gespült usw…), ist es, wenn jemand ansteckend krank wird, eigentlich immer nur eine Frage der Zeit, bis es alle haben.

Außerdem sind mir in der Schule  mehrere Kinder mit kreisrund kahlrasierten Stellen am Kopf aufgefallen und als ich meine Lehrerin darauf angesprochen habe, meine sie, dass die Kinder Läuse hätten und man jetzt in den nächsten Tagen praktisch dabei zugucken könnte, wie die Kinder, die drum rumsitzen, es auch bekommen. Ich will da nicht mehr hin! Läuse wären mit das Schlimmste, was uns hier im Haus passieren könnte, die wären ja dann überall, in den Klamotten, in den Betten, in den Polstern der Terassen- und Gartenmöbel, die würden wir NIE wieder loswerden!! Mal ganz davon abgesehen, dass ich natürlich an sowas Naheliegendes, wie Antiläusemittel in ein Entwicklungsland, in dem die Hygiene praktisch gleich Null ist mitzunehmen… Naja, hoffen wir einfach mal das Beste!

In der Schule ist letzte Woche ansonsten nichts Spannendes passiert, außer dass die älteren Schüler den ganzen Freitag Marschieren üben mussten, weil sie am 06. März, dem Unabhängigkeitstag hier in Ghana, durch Accra laufen und ihre Schule repräsentieren müssen.

Donnerstag Nachmittag ist eine afrikainsche Köchin gekommen, um uns ein ghanaisches Gericht beizubringen, das macht die wohl einmal pro Monat und wir dürfen uns was aussuchen, was wir kochen möchten. Es war etwas chaotisch mit 22 Mädels in der Kücher, aber sehr lustig J Haben „Yamballs with Vegetables“ gemacht. Das Yam was Ähnliches wie Kartoffeln sind, hab ich ja schon mal erzählt und unter Yamballs kann man sich was ähnliches wie Kroketten vorstellen, nur halt rund und da kommen noch Zwiebeln, Knoblauch, Kräuter und Gewürze mit rein und an Gemüse gab es einfach Kohl, Paprika, Zwiebeln du sowas zusammengekocht. Hört sich jetzt nicht besonders spektakulär an (und es fehlen einfach Fleisch und Soße), aber es war für die Verhältnisse hier halt n ganz normales Mittagessen und auch wirklich ganz lecker. :)

Freitag war dann noch ganz entspannt, wir waren nachmittags am Strand (natürlich wieder mit 8 Leuten in ein Taxi gequetscht, wir sind jedes Mal ne kleine vorbeifahrende Attraktion für alle :D)

( man kann es nicht wirklich erkennen, aber in diesem Taxi sitzen 8 Leute + Fahrer :D)

 

 und sind abends beim Italiener am Strand essen gegangen (ja sowas gibt’s hier wirklich, würden wir viel öfter machen, wenn’s nicht so teuer wäre, soooo lecker, Bruscetta, Pizza, Pasta, aaaaalles was das Herz begehrt!!! Und zum Nachtisch gabs SCHOKOKUCHEN!!!! JJJ ) Zwischendurch wr dann noch Stromausfall und da es schon halb 7 (also stockdunkel) war, hat man die Hand nicht mehr vor Augen gesehen und die Kellnerinnen haben 50000 Kerzen auf den Tischen verteilt und es sah soo schön aus!

Nach dem Essen sind wir dann alle zurück zum Strand, weil da freitags Drum Session ist. Ich glaube egal wie gut ich versuche es zu beschreiben, es würde es nicht mal annähernd treffen, das muss man einfach erlebt haben, es war so unglaublich! 6 Leute haben 2 Stunden am Stück wie wild getrommelt (mir taten nach ner halben Stunde Klatschen schon die Hände weh) und 6 Andere haben dazu getanzt, wobei man sich tanzen da nicht im europäischen Sinne vorstellen darf, es sah SO abstrakt aus, die Bewegungen wirkten schon echt unnatürlich, solche Verrenkungen und in einer Geschwindigkeit, dass man die Bewegungen gar nicht immer mit dem bloßen Auge richtig verfolgen konnte. WAHNSINN! Ich hab versucht, es zu filmen, aber die Aufnahmen sind wegen der Dunkelheit nicht wirklich gut geworden.

Samstag stand dann unsere Hausparty an, Praktikawelten veranstaltet die wohl einmal im Moment immer abwechselnd in einem der drei Häuser und lädt die anderen beiden Häuser dann dazu ein. Im Februar sollte sie also nun bei uns stattfinden, das hieß aufräumen und einkaufen! Wa mit 22 Leuten aber recht schnell erledigt. Gegen 14 Uhr kamen dann die ganzen Praktikawelten Mitarbeiter (Koordinatoren, Putzfauen, Köchinnen) und haben angefangen das Essen vorzubereiten. Das sich fertig machen hat so einen Spaß gemacht, mal wieder was Schönes anziehen, sich schminken, die Haare nicht einfach nur hauptsächlich praktisch irgendwie zusammenzuknoten und im Spiegel endlich mal wieder ein bekanntes Gesicht von zuhause zu sehen :D

Um 17 Uhr sollten dann die Leute aus den anderen Häusern kommen, kurz vor 6 waren sie dann da. Da das Essen aber NATÜRLICH auch nicht rechtzeitig fertig war (hier ist NIE IRGENDWAS rechtzeitig oder pünktlich, deswegen macht man gewöhnlich gar nicht erst irgendwas aus), von daher war das nicht weiter problematisch. Zwei haben sich dann direkt mit Apollo (irgendne Augenentzündung) und als hochgradig  anstecken vorgestellt, keine Ahnung warum die dann überhaupt gekommen sind, aber naja... Als das Essen dann fertig war (ich rede viel übers Essen oder? Ist hier aber auch ein wichtiges Thema! :D Gutes Essen ist was Besonderes und man nimmt immer alles was man kriegen kann, weil an nie weiß, wann es das nächste Mal was gibt!), hatten wir ein richtiged Buffet: Chicken, Kartoffelecken, Yamballs, Spinat mit Eiern, Reis und Tomatensoße…DACHTE ICH! Genau wie ich die Kartoffelecken für Kartoffeleckn gehalten hatte, diese sich aber als gebackene, gebratene, frittierte oder was auch immer Bananen herausstellten, die absolut widerlich waren und überhaupt nicht zum Essen passten! Und ich hatte mich noch gewundert, warum Tanya die Kartoffelecken nicht schmeckten und mir schön auch noch ihre alle geben lassen. Und die vermeintliche Tomtensoße war einfach nur wahnsinnig scharf, schlimmer als alles, was ich bisher gegessen hatte und als es irgendwann so schlimm wurde, dass ich keine Luft mehr bekommen hab, hab ich es unter den vernichtende Todesblicken der Köchinnen weggeworfen.

Unser ganzes Essen war dann auch plötzlich schlagartig leer. Als wir uns umsahen, wussten wir auch warum: Überall Schwarze, wo man auch hinsah, im Garten, auf der Terasse, im Haus,einfach ÜBERALL! Scheinbar hatte die laute Musik unseres DJs die gesamte Nachbarschaft angelockt und die hatten dann auch alle gleich ihre ganzen Familien mitgebracht. Wie waren die hier reingekommen!? Als wir Ausschau nach unserem Watchman hielten und ihn irgendwann betrunken auf der Tanzfläche fanden, war alles klar :D  Also alle herzlich willkommen geheißen (was blieb uns auch anderes übrig) und zusammen gefeiert. Es war dann auch richtig cool, weil wenn die Ghanaer was können, dann feiern! Überall tanzende Menschen, im Garten, auf der Terasse, in der Einfahrt; Weiße, Schwarze, Alte und Kinder und alle einfach nur völlig ausgelassen! Die Kinder haben uns alle so dermaßen an die Wand getanzt, wahnsinn wie dich sich bewegen konnten! Sie haben versucht, es uns beizubringen, aber die Betonung liegt auf VERSUCHT, bei uns sah es irgendwie spastisch aus :D Dafür hab ich versucht, einem Ghanaer Discofox zu zeigen, aber der vor 5 Minuten noch so unglaubliche Tänzer war mit dem Rhythmus heillos überfordert und ist bloß hilflos über seine eigenen Füße gestolpert :D

Gegen 23 Uhr sind dann die meisten von uns mit den Leuten aus Haus 1, dem Watchman, Benjamin (der Kioskbesitzer von gegenüber, ich glaube der lebt nur von uns, ich habe da noch nie jemand anderen gesehen) und Joyce (die Frisörin hier, bei der sich schon bestimmt die Hälfte der Mädchen hier mal die Haare haben einflechten lassen) zur Reggaeparty zum Strand gegangen, bzw gefahren, Joyce, Benjamin und der Watchman waren von unseren aus allen Nähten platzenden Taxis mit Armen und Beinen die aus allen Fenstern guckten etwas amüsiert :D

Die Reggaeparty an sich war dann am Anfang ersmal einfach nur furchtbar. JEDER Schwarze hat dich angelabert, angefasst, dich zu sich hingezogen und versucht mit dir zu tanzen, es war einfach nur sooo ätzend, du bist keine 30 Sekunden in Ruhe gelassen worden und mit den Mädels zu tanen ging sowieso nicht, weil dann jede sofort nen Kerl an der Backe kleben hatte. An mich hat sich so n Schrank drangehängt, der war gefühlt dooppelt so groß wie ich und so eine Kante, ich weiß gar ncht was dieser Gorilla von mir Zwerg wollte! Dauernd stand er total nah hinter mir und ich hab mich jedes Mal so erschrocken wenn ich mich umgedreht habe! Also haben wir das mit dem Tanzen erstmal gelassen, sind was trinken gegangen und danach aufs  Klo. Die waren etwas ekelig und da es natürlich kein Wasser gab, stand neben dem Klo ein Eimer, von dem man dann hinterher was ins Klo reingeschüttet hat.  Ich als nichts ahnend wieder raus, die Tür zugemacht, dreh mich um: GORILLA!!! 10cm vor mir! Ich hätte ihm glaub ich vor Schreck ins Gesicht geschlagen, wenn ich dran gekommen wär! Hab mir dann auf der Tanzfläche den erstbesten Typen geschnappt, der mich angequatscht hat, und der Gorilla hat sich endlich getrollt. Dafür bin ich dann den anderen Typen leider nicht mehr losgeworden, aber der war ganz witzig, hat von Anfang an klargestellt, dass er ne Freundin hat und wollte sich einfach nur nett unterhalten, hat mir viel von seiner Familie und seiner Arbeit erzählt, wollte mir – wie alle hier – das ghanaische Tanzen beibringen und deutsch lernen…hat sich sehr witzig angehört :D

Irgendwann sind wir dann wieder nach Hause und Benjamin (der auch ziemlich betrunken war), at uns vor unserem Haus alle zum Abschied ganz fest in den Arm genommen und wir meinten hinterher alle, dass wir in dem Moment hätten weinen können, weil es so schön war, endlich mal wieder einfach nur von jemandem in den Arm genommen zu werden J Waren dann gehen halb 4 im Bett und ich musste um 8 Uhr schon wieder raus, weil ich mit 4 Anderen in nen ghanaischen Gottedienst wollte. Joyce hatte uns angeboten und mal mitzunehmen und wollte uns um 9 Uhr abholen, kam aber natürlich erst um kurz vor 10, typisch Ghana :D War im Endeffekt aber eigentlich ganz gut, der Gottesdienst ging nämlich DREI STUNDEN!! Die Gesänge waren total cool, der Pfarrer hat immer izusammen mit drei Sängeringen was ins Mikro geschmettert, einer hat Schlagzeug gespielt, einer hat getrommelt und alle in der Kirche (es gibt eigentlich keine Kirchen weil dafür kein Geld da ist, die Gottesdienste werden meistens in Schulen abgehalten, wir waren auch in irgendner Art Aula) sind nach vorne gegangen, haben angefangen zu tanzen und versucht mitzusingen und wir natürlich mittendrin! Alles war so fröhlich und ausgelasse, ganz anders als bei uns in Deutschland. Dafür war der Rest umso langweiliger, weil die ganze Zeit nur verschiedene Leute irgendwas gepredigt haben und nichts davon auf Englisch war, wir haben also also kein Wort verstanden. Am schlimmsten war der Pfarrer, der hat so dermaßen ins Mikro geschrieen, ich hatte irgendwann echt Kopfschmerzen!  Nur wenn zwischendurch alle ihre Tücher auf den Kopf gelegt haben, wusste man, dass jetzt ein Gebet kommt und hat sich ebenfalls ein mitgebrachtes Tuch auf den Kopf gelegt. Dadurch wurde es dann noch wärmer, man muss beim Gottesdienst nämlich lange Hosen und was Schluterdeckendes tragen. Naja es war ne sehr interessante Erfahrung, aber ich brauchs definitv nicht nochmal!

Nach dem Gottesdienst hat Joyce uns dann noch mit zu ihrer besten Freundin genommen, um uns deren 2 Monate altes Baby zu zeigen. Es hatte unglaublich viele Haare und war total groß für sein Alter, aber sooo niedlich, wir durften es alle einmal halten und haben ganz viele Fotos gemacht.  Ich liebe Babys! :)

 

Den Rest des Tages haben wir dann am Strand verbracht, die Wellen waren der absolute Wahnsinn, man musste nur etwas auf die Ströung aufpassen, die war echt krass.

Heute morgen ist dann meine Zimmermitbewohnerin mit total zugeschwollenen roen Augen aufgewacht und bei ihr ist dann ebefalls Apollo diagnostiziert worden, suuuper! Als hätten wir nicht schon genug ansteckende Krankheiten um uns rum :D In der Schule hat die Lehrerin sogar mal mit mir zusammen Unterricht gemacht :O Es hat fast schon Spaß gemacht :O Ich glaub ich geh nächste Woche echt mal in ne andere Klasse, mir gefällt mein Projekt bis jetzt noch nicht so wirklichL

Heute Nachmittag war ich mit Ines, Maike und Vikki auf dem Markt in Kasoa, einem kleinen nachbarstädtchen, dass für uns vom Stadtrand aus viel schneller zu erreichen ist, als die Innenstadt Accras selbst. Es war ein typischer ghanaischer Markt: laut, eng, bunt, völlig verdreckt und zugemüllt, 1000 verschiedene Gerüche und totale Reizüberflutung, ich wusste gar nicht wo ich zuerst hingucken sollte :D

Haben dann Apfelsinen getrunken (schwer zu beschreiben, die Marktfrau hat sie ganz dünn geschält und dann eine Art Loch reingemacht und dann konnte man die Apfelsine zusammenpressen und aus dem Loch trinken, total leckerJ ), Brot gekauft (endlich mal nicht nur dieses widerliche Toastbrot), nach großen Rucksäcke für unsere Reisen durchs Land gesucht, aber nicht wirklich was gefunden und Fatballs gegesse! J Mega lecker, ähnlich wie Quarkbällchen, nur größer und herzhafter.

Am Donnerstag morgen verreisen wir bis Samstag Abend in den Osten, ich wird versuchen, es Mittwoch noch insInternetcafe zu kommen, aber wenn ichs nicht schaffe (Zeit, Stromausfall, was auch immer), melde ich mich nächste Woche wieder.

Ich hoffe euch geht’s allen gut soweit, schlaft gut!! :-*

21Februar
2013

Endlich ein paar Fotos... :)

Unser Praktikaweltenhaus:

 

Meine Schule:

Meine Schule

 

Meine Klasse:

 

Bilder aus der Schule:

 

Toilette von innen...

   

 

Die Lehrerin meiner Klasse mit ihrem Baby:


 

 

Im Kakum Nationalpark:

 

 

Der dickste Baumstamm der Welt:

Unsere Unterkunft in Cape Coast:

 

Schildkroetenbabys aussetzen in Butre:

 

 

Surfen in Busua:

 

20Februar
2013

Ein fast perfektes Wochenende...

Da bin ich wieder :) War das ganze Wochenende und bis gestern Abend unterwegs, deswegen konnte ich nicht eher schreiben...

Am Wochenende stand unsere Cape Coast Tour von Praktikawelten an, die im Preis mit drin ist... Ich und die anderen 11 Neuen bei uns im Haus, die eine Woche vor mir angereist sind, sind also Samstag morgen alle früh aufgestanden und unserem Bus abgeholt worden. Die Leute aus den anderen beiden Praktikaweltenhäusern hier in Accra saßen schon drin und zwei Praktikaweltenmitarbeiterinnen (Mathilda von unserem Haus und Penny aus Haus 3) waren auch mit dabei. Nach ca 2 1/2 Stunden sind wir dann in Cape Coast angekommen und haben tataaaa ein Chocolate Pancake Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft bekommen!!! Es war wie Weihnachten :) Cape Coast ist die frühere Hauptstadt von Ghana und 1000x schöner als Accra, die Märkte, der Hafen und der Strand...alls war einfach nur der Wahninn!

Nach dem Frühstück sind wir dann nach Elmina weitergefahren und haben dort das Elmina Castle, eine alte Sklavenburg, besichtigt. Es war ziemlich traurig, sind in ehemalige Zellen eingesperrt worden und haben die ganzen "Unterkünfte" angeguckt, es hat auch nach all den Jahren noch wahnsinnig gestunken...Und es war unerträglich heiß, die Sonne hat so geknallt und ich hatte NATÜRLICH vergessen mich einzucremen und nach kürzester Zeit einen Sonnenbrand. Dafür hat die Aussicht von der Burg am Ende der Führung alles wieder wettgemacht, der Ausblick auf die weitläufigen Strände, die vielen kleinen bunten Fischerboote und den Markt war einfach nur atemberaubend...

Inzwischen war es früher Nachmittag und wir sind zu unserer Unterkunft gefahren: kleine bunt angemalte Häuschen mit Strohdächern unter Palmen direkt am Strand. Totales Sommerurlaub Feeling :) Haben dann den Nachmittag am Strand verbracht und abends gabs verschiedene ghanaische Gerichte, ich hab Soubisy (Reis mit Gemüse und Erdnüssen) gegessen. Haben uns während des ganzen Essens wahnsinnig auf die Cocktails nach dem Essen gefreut, diese entpuppten sich dann allerdings als einfache Drinks von einer Menge von ca 2 Shots, die total widerlich nach bittersüßem Kinderhustensaft schmeckten...was ein Reinfall!

Es wird hier relativ schnell dunkel und nach dem Essen saßen wir alle zusammen jeder mit einer Flasche Bier in der Hand am Strand unter den Palmen, haben dem Meeresrauschen zugehört, die beleuchteten kleinen Fischerboote auf dem Meer beobachtet und über Gott und die Welt geredet (es hätte bloß noch ein Lagerfeuer und ne Gitarre gefehlt) und es war einer dieser Marmeladenglasmomente, in denen man gerade an keinem Ort der Welt lieber wäre...

Nach einer weiteren genialen (für unsere Verhältnisse genial!) Frühstück, ging es dann weiter zum Kakum Nationalpark, direkt in Cape Coast. Der Kakum Nationalpark besteht aus einem Regenwald, zwischen dessen höchsten Bäumen in einer Höhe von ca 40 Metern Hängebrücken errichtet worden sind, von denen man aus den Regenwald von oben beobachten kann. Es war extrem wackelig und der absolute Horror für diejenigen von uns, die Höhenangst habenm aber ich fands einfach nur irre :) Leider hat man nur die ganzen tropischen Bäume und Pflanzen gesehen, das einzige Tier, das uns begegnet ist, war ein kleines Äffchen :)

Da der Westen Ghanas für seine wunderschönen Strände bekannt ist, hat unser Haus sich entschieden, nach dem Ausflug nicht mit zurück "nach Hause" zu fahren, sondern noch auf eigene Faust 2 Tage weiterzureisen. Also sind wir mit einem Trotro nach Butre gefahren (der Fahrer hat uns wahnsinnig abgezogen, war aber leider unsere einzige Möglichkeit, zu unserer Unterkunft nach Butre zu kommen). Die Fahrt war sehr abenteuerlich, weder der Fahrer noch wir wussten so genau wo wir hinmussten und so sind wir stundenlang durchs Buschland gefahren ohne eine Menschenseele weit und breit - bis plötzlich miten im Nirgendwo ein gruselig aussehender Ghanaer mitten auf dem Weg stand, uns anhielt und mit einstieg - mit einem gigantischen Gewehr in der Hand!

Kurze Zeit später, haben wir die Lodge dann glücklicherweise noch kurz vor Anbruch der Dunkelheit gefunden und sind alle ziemlich fluchtartig aus dem Bus gestiegen :D

Der Lodge Besitzer hat uns total lieb begrüßt und uns erzählt, dass er vor 2 Wochen Schildkröteneier geunfen hat, und heute die Babys geschüpft wären, die er uns dann auch direkt ganz stolz präsentiert hat. Die Kleinen waren soooo unfassbar süß, wir haben noch schnell einige Ftos gemacht und sie dann zusammen mit ihm zurück ins Meer gebracht...

Das Abendessen führte dann ebenfalls zu allgemeiner Begeisterung: Es gab Pizza, Wraps und Cheeseburger! Wir haben so gefeiert und alle gegessen, bis wir geplatzt sind, hatten danach fast alle einnmal kurz Durchfall, aber das war es definitv wert!! :)

Danach saßen wir wieder alle zusammen unter den Palmen am Strand zusammen, haben (diesmal leckere!) Cocktail aus Kokosnüssen geschlürft, des Meer beobachtet, uns zwischendurch ghanaische Tänze zu Reggaemusik von dem Lodgebesitzer beibringen lassen und uns gefühlt wie in der Karibik! :)

Am nächsten Tag haben wir dann einen ausgiebigen Strandtag gemacht, die Wellen waren einfach nur der Hammer und es war glaub ich der schönste Tag seit ich hier bin :) Am späten Nachmittag haben wir dann unsere sieben Sachen zusammengepackt und sind erst am Strand entlang, dann durch ein kleines Fischerdorf hindurch und schließlich irgendwo durch die Wildnis (wir hatten ETWAS Angst vor Schlangen) nach Busua gelaufen.

Diese Lodge war allerdings ein absoluter Reinfall, die Zimmer waren völlig heruntergekommen, die Betten und Matratzen absolut widerlich, das Essen lies fast 2 Stunden auf sich warten und das Personal war einfach nur mega unfreundlich. Nach einer schlaflosen Nacht unter einem quitschenden Ventilator und in einemekeligen Bett, in dem man sich alles andere als wohlgefühlt hatte, brach endlich der Morgen an. Einigen vin uns waren mit Stichen und Bissen übersäht, ich hab auch irgendnen irre juckenden Ausschlag an den Füßen (ich werd echt noch wahnsinnig!) und der Lodgebesitzer guckte uns morgens auch nur an und meinte oh, Bettwanzen. Na toll!! Außerdem stellten wir mit einem Blick auf die Karte fest, dass sämtliche Frühstückspreise über Nacht handschriftlich durchgestrichen und fast verdoppelt worden sind. Frechheit! Hier versuchen ja alle die Weißen abzuziehen, aber sowas offensichtliches! Wir haben wortlos unser Gepäck genommen und sind ohne Frühstück gegangen.

Nach all dem Ärger stand jetzt aber erst einmal ein 1 1/2 stündiger Surfunterricht an, es war so schwierig und anstrengend, aber es hat total Spaß gemacht und ich habs 4x geschafft, auf dem Brett zu stehen! :)

Nach einem nicht ganz so leckerern Frühstück in einem kleinen Hotel neben unserer Lodge haben wir einen weiteren Strandtag gehabt und sind nachmittags mit dem Taxi und danach Trotro zur großen Busstation in Tacoradi gefahren, von wo aus ein Expressbus innerhalb von 3-4 Stunden direkt nach Accra fährt. In diesem haben wir allerdings erstmal noch 2 Stunden sitzen müssen, da es hier keine festen Abfahrtzeiten gibt, sondern die Busse erst losfahren, wenn sie komplett voll sind. Und natürlich musste ich dann in diesem Bus mitten irgendwo auf nem Markt ohne Toilette weit und breit dringend aufs Klo! Also wieder raus, den Busfahrer gefragt, der keine Ahnung hatte, weiter zum nächsten Markthändler, der kurzerhand alles stehen und liegen ließ und mit mir nen kanppen halben Kilometer durch irgendwelche Straßen und Gassen lief, um mich zu ner öffentlichen Toilette zu bringen. Die Leute hier sind einfach alle so unfassbar nett und hilfsbereit! Dich quatscht auch auf der Straße fast jeder an, einfach nur neugierig, um zu fragen, wie du heißt, wo du herkommst und ob's dir gutgeht...

Gegen 17 Uhr fuhren wir dann endlich los und waren gegen halb 9 endlich zuhause. Kurz 5 neue Leute kennengelernt (2 die Montag neu gekommen sind und 3, die 2 Wochen in den Norden verreist sind und wiederkamen, während wir weg waren), noch schnell sämtliche Klamotten, Rucksäcke und sonstige Sachen die wir dabei hatten luftdicht in schwarzen Plastiktüten verpackt, die wir heute morgen direkt in die Sonne gelegt haben, damit möglichr Bettwanzen alle absterben und dann sind wir alle einfach nur noch todmüde ins Bett gefallen.

Heute morgen war dann erstmal Wäsche waschen angesagt und gleich werde ich mal losfahren, um mir ein paar lange dünne Stoffhosen, vielleicht ein paar Kleider, etwas Schmuck und ein Strandtuch an unseren zahlreichen kleinen Stränden am Strand zu kaufen.

Im Internetcafe hatten sie heut leider keine Verbindung, deswegen bin ich grad am Laptop einer der Mädels hier und da wir grad Stromausfall haben und ich nicht ihren ganzen Akku verbrauchen will, schaff ichs jetzt leider nicht mehr die geplanten Fotos hochzuladen, kommen aber definitiv noch diese Woche, versprochen!

Ich hoff euch gehts gut, schön über die vielen Kommentare was von euch zu hören, ich schaffs im Moment leider nicht, die alle zu beantworten, werd ich aber noch machen!

 

Liebe Grüße vom gefühlten anderen Ende der Welt und bis bald!

15Februar
2013

Akwaaba!!

So meine Liebe, ich habe es nach dem ganzen Stress in den ersten Tagen dann auch endlich mal ins Internetcafe geschafft :)

Oh man...ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll zu erzaehlen, bei der Hitze, dem Verkehr, der Einreise, den Menschen, den Kindern in der Schule, dem Haus, den Trotros, dem Essen, den anderen Maedchen mit denen ich zusammen wohne!? Ich koennte allein ueber die ersten Eindruecke n ganzes Buch schreiben glaub ich! :D Vielleicht erzaehl ich einfach mal der Reihe nach...

 

Montag, 11.02.:

 Der Flug und das Umsteigen sind absolut problemlos verlaufen (ich musste in Amsterdam ZWEIMAL durch nen Nacktscanner :o), nur zwischen Amsterdam und Accra hatten wir einige Zeitziemliche Turbulenzen, wo mir echt schlecht und schwindelig geworden ist. Und ich musste sooooo dringend aufs Klo und diese scheiss Anschnallzeichen sind einfach nicht ausgegangen!!! :D Mindestens die Haelfte der Leute war schwarz und der Ghanaer neben mir hat bevor er in einen bestimmt dreistuendigen Schlaf gefallen ist ewig mit seinem Iphone rumgespielt...von wegen Entwicklungsland! :D Als er endlich wieder wach war, hab ich mich echt gut mit ihm unterhalten und er hat mir voll viel  von Ghana erzaehlt und mich auch direkt zu seinem Radiostudio eingeladen, damit ich da nach ca. 6 Wochen mal ein bisschen was ueber meinen Aufenthalt erzaehle und die wohlhabenderen ghanaischen Jugendlichen dazu motiviere, sowas doch auch mal in anderen Laendern zu machen. Meine Handynummer wollte ich ihm nicht geben, aber ich hab mir seine geben lassen, mal gucken, ob ich anrufe...

Der Flughafen in Accra war dann echt winzig, schmutzig und total heruntergekommen und sah kein bisschen serioes oder professionell aus - welcome to africa!

Als ich aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, hatte ich das Gefuehl gegen eine Wand zu laufen, diese schwuele Hitze ist der absolute Wahnsinn, jede Bewegung bringt einen ins Schwitzen, es ist wie eine Sauna aus der man nicht mehr rauskommt!

Die Einreise, vor der ich echt etwas Schiss hatte, ist dann auch absolut reibungslos verlaufen und ich hab dann schon bevor ich ueberhaupt richtig da war direkt mal nen Laptop fuer den Ghanaer aus dem Flugzeug (ich hab seinen Namen leider vergessen) durch den Zoll geschmuggelt :D Er hatte irgendwie drei in America gekauft und jeder darf nur einen frei einfuehren, so musste er nur noch einen verzollen. Darueber, dass da auch Drogen oder sonst was haetten drin sein koennen, hab ich erst im Nachhinein gedacht, aber wir wollen mal nicht immer gleich so misstrauisch sein und ich bin ja auch nicht kontrolliert worden :P

Die von Praktikawelten habe ich auch sofort gefunden und Caro aus Muenchen fuer Haus 1 (ich bin ich in Haus 2) war auch schon da, wir mussten dann nur leider noch bis 11 Uhr auf drei Maedchen fuer Haus 3 warten (es war kurz nach 9...)

Nachdem wir unsere Koffer und uns selbst in den winzigen Kleinbus gequetscht hatten (Anschnallgurte gab es natuerlich gar nicht erst), konnte es dann endlich losgehen... Genau wie bei der Landung hatte man anfangs nicht wirklich das Gefuehl in Afrika zu sein, weil Accra mit seinen grossen Gebaeuden, den breiten Strassen und der typischen "Grossstadt bei Nacht"-Festbeleuchtung genauso gut jede x beliebige europaeische oder amerikanische Grossstadt haette sein koennen. Doch je weiter wir fuhren, desto unbefestigter und staubiger wurden die Strassen, bis sie irgendwann nur noch aus roter Asche bestanden, die Haeuser wurden immer mickriger, bis irgendwann nur noch kleine Wellblechhuetten zu sehen waren und generell wurde die ganze Umgebung immer aermlicher...

Der Verkehr in Accra oder generell in Ghana ist uebrigens der absolute Wahnsinn! Niemand nimmt Ruecksicht auf niemanden, alle machen sich nur durch lautes Gehupe bemerkbar, wenn sie ueberholen, die Vorfahrt nehmen oder um Kurven fahren, damit alles andere Platz macht und zwischen all den dahinrasenden Bussen und Autos laufen ueberall Frauen mit riesigen Behaeltern auf den Koepfen auf den Strassen rum und verkaufen Getraenke, Essen, Kosmetikartikel wie Binden und Deos. und 1000 andere Sachen. Was die fuer eine unglaubliche Nackenmuskulatur haben muessen, vom Gleichgewichtssinn mal ganz zu schweigen, die Dinger sehen echt schwer aus!

Gegen 00.15 Uhr bin ich dann endlich in meinem Haus angekommen. Die anderen Maedchen, die extra fuer mich wachgeblieben sind, haben mich alle total lieb empfangen, meine Koffer ins Haus getragen, mich mit Mueckenspray eingesprueht, mir eine Tuete Pure Water gegeben (ja, man trinkt das Wasser hier aus 500ml Tueten, die alles andere als sauber sind und nicht wirklich nach gutem Wasser schmecken) und sich mit mir auf die Terasse gesetzt, um sich alle vorzustellen, mich durchs Hausgefuehrt (es ist alles wahnsinnig kaputt und heruntergekommen, wenn es nicht so liebevoll und personlich bemalt und eingerichtet waere, waer es echt der reinste Alptraum! Wobei es wahrscheinlich hier in der Unmgebung noch mit Abstand das luxurioeseste ist, ich will nicht meckern...) und dann auch noch mein Bett (wohne in einem Sechsbett-Zimmer) bezogen und mein Moskitonetz aufgebaut, waehrend ich noch schnell geduscht hab (man hockt (es geht echt in die Knie) in einer verdreckten und kaputten Badewanne und haelt sich die "Brause" ueber den Kopf, der Pisselstrahl ist mit dem aus London vergleichbar, die die dabei waren, wissen wovon ich spreche...und natuerlich kalt, bei den Temperaturen aber ganz angenehm). Zwei Minuten spaeter war ich wieder klatschnass geschwitzt. War mir egal, ich bin einfach nur noch todmuede in mein Bett gefallen und das letzte was ich dachte war: Oh mein Gott, wieso habe ich mich fuer ZWOELF WOCHEN angemeldet???

 

Dienstag, 12.02.:

Nach einer relativ kurzen Nacht bin ich morgens aufgewacht als die Anderen aufgestanden sind und habe mich gefragt, wie ich bei dem Krach, den unser Deckenventilator veranstaltet ueberhaupt schlafen konnte. Zum Fruehstueck hab ich von einem der Maedchen 2 Scheiben Toast, etwas Marmelade und eine Tuete Pure Water bekommen und um 9 Uhr kam dann Matilda, die Koordinatorin unseres Hauses, um mich zur Einfuehrungsveranstaltung abzuholen. Da ich gestern als Einzige in unserem Haus angereist war, musste ich auch die Einfuehrung mit ihr alleine machen (die Woche davor waren sie zu elft), aber es war eigentlich ganz witzig. Sie hat mir erst ein bisschen was erzaehlt und mir eine Simkarte fuer mein Handy gegeben und dann sind wir zur Trotro Station gelaufen. Auf dem Weg dahin kam schon der erste Ghanaer "Obruni" (Weisser) rufend auf mich zugelaufen, hat meine weissen Arme und mein Gesicht angefasst, meine Haende gekuesst und immer wieder "I love you" gesagt. Sollte mir im Laufe des Tages (und vermutlich der ganzen naechsten Wochen) noch oefter passieren...

Die Trotro Fahrt war echt ein Erlebnis, wir sassen total eng gequetscht aneinander und der Geldeinsammler, der die ganze Fahrt neben der Tuer sitzt und irgendwann dein Geld einsammelt (jeder zahlt gleich viel, egal wie weit er fahert), musste die ganze Zeit die Tuer zuhalten, weil diese nicht mehr zu ging. An jeder Ampel streckten die Ghanaer dann Geld aus dem Fenster um von den schon erwaehnten "Kopffrauen" alles Moegliche zu kaufen. Der zweite Trotro in den wir umsteigen mussten, hatte dann ueberhaupt keine Tueren mehr und ganz vorne stand  ein Ghanaer, der die komplette Fahrt aus der Bibel predigte.

In der Innenstadt von Accra angekommen, haben wir dann erstmal mein Geld umgetauscht und bei der Post Briefe und Karten abgegeben, die die anderen Maedchen uns mitgegeben hatten. Es war so unfassbar heiss und ich hatte so einen Durst, dass die Mango, die Matilda mir als Naechstes an einem der Strassenstaende gekauft hat, mit Abstand das leckerste und suesseste und erfrischendste war, was ich je gegessen habe! Zumindest kam es mir in dem Moment so vor...Als naechstes hat sie mir den Strand gezeigt und danach haben wir uns zum Mittagessen an so eine Bude gesetzt und ich hab meine erste ghanaische Mahlzeit bekommen: Yam mit einem sehr oeligen Fisch und einer wahnsinnig scharfen Sosse. Das(?) Yam war in dem Fall frittiert und sah deswegen aus wie Pommes nur ganz weiss und besteht aus irgendwelchen Wurzeln. Ich hab allerdings nur die Haelfte gegessen, weil ich nach der Mango erstens keinen allzu grossen Hunger mehr hatte, es zweitens auch nicht soo umwerfend schmeckte  und viel zu scharf war und ich drittens keine Lust hatte, mir direkt am ersten Tag mit viel zu oeligem und scharfem Essen den Magen zu verderben.

Anschliessend hatte im Art Center voellig unerwartet eine Trommelstunde! Es war total cool, der Typ war mega witzig, ich laut ihm sehr talentiert (hatte aber aus gegebenen Umstaenden ja auch eine private Einzelstunde:P) und es hat einfach nur irre viel Spass gemacht! Matilda hat ein Video gedreht, aber als ich versucht hab, es hier hochzuladen, ist der PC fast abgestuerzt, muss ich demnaechst vllt mal von einem Laptop der Maedchen aus machen, wenn es da klappt...

Sind dann noch durch das restliche Art Center geschlendert, bestand aus sehr hohen Zeltstangen und Planen mit abgegrenzten ca 2 Quadratmeter grossen Flaechen, auf denen die Verkaeufer dann alles Moegliche angeboten haben. Hauptsaechlich Schmuck, Tuecher, Kleidung und Bilder - Art (Kunst) eben. Es war echt schlimm, von ALLEN Seiten kamen die Schwarzen auf mich zu und versuchten, mich zu ihrem Stand zu ziehen, man kennt diese "Good Price" Geschichten ja aus suedliaendischen Urlauben, aber in diesem Fall war es einfach noch 1000x krasser, weil alle nur mich wollten, weil ich die einzige Weisse war und scheinbar fuer unglaublich reich gehalten wurde...Hab dann irgendwann aus lauter Mitleid (und vielleicht auch unter Druck gesetzt, hatte auch das Gefuehl, dass Matilda erwartet hat, dass ich als Weisse mit viel Geld hier irgendwas kaufe) irgendso ein Elefantenbild auf Stoff (ich bin mir noch nicht sicher, ob iches auch nur ansatzweise schoen finde, aber es war halt sowas tzpisch afrikanisches :D) und ein Paar Ohrringe gekauft.

Letzte Attraktion des Tages war dann der Markt (unterwegs hab ich noch eine 20 Cedi Guthabenkarte fuer mein Handy ergattert) - die pure Reizueberflutung, besonders was die 1000 verschiedenen Gerueche angeht...Stand an Stand, wahnsinnig enge Gaenge (natuerlich voellig zugemuellt), durch die sich alle verschwitzten Koerper so durchpressen, ueberall lagen schlafende Kinder und Marktfrauen unter den Tischen, die man wecken muss, wenn man etwas kaufen moechte und saemtliche Gerueche von Obst, Gemuesen, Mehl, Gewuerzen und Sonstigem, wurden von einen echt eindringlichen Fischgestank ueberdeckt.

Zurueck dann eine aehnlich amuesant-anstrengend-aufregende Fahrt im Trotro mit einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt, wo ich mich mit Toastbrot, Marmelade, Schmierkaese, Bananen, Mandarinen, Spaghettis, Reis und MIlch eingedeckt habe (mir fehlen Schnitzel und Currywurst jetzt schon!!) und dann gings zurueck zum Haus. Das ist uebrigens komplett von einer hohen Mauer mit massivem Eingangstor umgeben und obendrauf sind noch Stacheldraht und etwas, das wie Stromzaeune aussieht (da dieser staendig ausfaellt, wahrscheinlich nicht besonders gefaehrlich). Ausserdem haben wir unseren persoenlichen "Watchman" im Garten sitzen, der den ganzen Tag einfach nur da sitzt und guckt, dass niemand Unbefugtes reinkommt. Nachts kommt dann ein anderer -  sicher fuehlt man sich hier im Haus also auf jeden Fall.

Nachmittags hab ich dann nu noch meine Einkaeufe in der Kueche ausgeraeumt (jeder hat ein Regalfach, ein halbes Kuehlschrankfach und Platz fuer eine Packung Toastbrot im Gefrierfach, offen kann man das nicht aufheben, weil es dann am naechsten morgen mit Ameisen uebersaeht ist habe ich mir sagen lassen), geduscht, endlich mal meine Koffer ausgepackt, kurz mit meinen Eltern und mit Joern telefoniert und versucht, mich etwas im Zimmer einzurichten...ist schliesslich fuer die naechsten 12 Wochen mein Zuhause!

Abends sitzen wir dann einfach noch alle zusammen gemuetlich auf der Veranda, essen was, quatschen, schreiben in unsere Tagebuecher, lesen, hoeren Musik oder spielen Gesellschaftsspiele, keiner hat abends noch Lust irgendwohin zu gehen, weil man zu Fuss eh nichts erreichen kann und alle auch einfach nur fertig sind von der Hitze, gehen auch nie spaet ins Bett...

 

Mi, 13.02.: 

Der Tag war Gefuehlsmaessig sehr durchwachsen...wollte zwischendurch einfach nur noch nach Hause und haette heulen koennen bei dem Gedanken, noch zwoelf Wochen hier bleiben zu muessen. Man kriegt hier einfach nichts Vernuenftiges zu essen und zu trinken, ich schlafe nicht gut und die HItze und das schwuele Klima machen einen so fertig, ich hatte nur noch Kopfschmerzen, mir war schwindelig und vom Magen her fuehlte ich mich auch nicht so wohl. Und viel trinken, damit es einem besser geht, faellt einem bei dem Wasser hier echt schwer...Ich hab aber schon festgestellt, dass es gekuehlt ertraeglicher ist und deswegen immer zwei Tueten Pure Water in meinem Kuehlschrankfach, der aber wegen staendigem Stromausfall auch nur sehr unregelmaessig an ist.

Spannende war der Tag aber auf jeden Fall: Matilda hat mich wieder morgens um ( Uhr abgeholt und mich in mein Projekt gebracht. Ich bin leider mitten in den woechentlichen Schulgottesdienst geplatzt und hab deswegen direkt die Aufmerksamkeit allein Kinder auf mich gezogen, von denen ich dann auch gleich drei auf dem Schoss sitzen hatte, aber ansonsten war es ziemlich spassig, alle haben irgendwelche Sachen im Chor gerufen und gesungen und geklatscht und einige sogar getrommelt.

Danach gings zurueck in die Klassen, ich bin leider nicht zu den ganz Kleinen (3-6 Jahre gekommen), weil da schon 2 Maedchen aus meinem Haus sind, sondern in die erste Klasse mit den 6-7 Jaehrigen (ca 35 Kinder wuerder ich sagen). Die Lehrerin war allerdings sehr unfreundlich mir gegenueber und hat auch die Kinder staendig geschlagen, Angelika (eine der beiden Maedchen bei den Kleinen) ist wohl auch zuerst in dieser Klasse gewesen und hat dann gewechselt, weil sie es da so furchtbar fand, ich werd mir das jetzt mal 1-2 Wochen angucken und dann sehen, ob ich da bleiben moechte oder nicht. Ich war auch kurz ueberfordert, als die Lehrerin sich hinsetzte und zu mir meinte "Go to the front and teach them something", weil ich ja absolut keine Ahnung hatte, was die schon so koennen und was sie gerade lernen. Habe ihr dann gesagt, dass ich am ersten Tag erstmal nur zugucken moechte, war dann auch ok. Habe dann Bleistifte angespitzt (Klingt einfach, ist es aber nicht! Die Dinger sind so kaputt und ich habe heute nach 2 Tagen immer noch ueberall Blasen an meinen Haenden!) und den Kindern englische Saetze in die Hefte geschrieben (die Kinder sprechen uebrigens ueberraschend gut Englisch!), die sie 5x abschreiben mussten, waehrnd die Lehrerin ihr Baby gestillt hat (alle Lehrerinnen haben hier ihre Kinder dabei). Danach habe ich die Saetze kontrolliert mit den wachsamen Augen der Lehrerin im Nacken, die war echt mega pingelig, was die genauen Abstaende zwischen den einzelnen Woertern und Buchstaben innerhalb eines Wortes anging und fast alle Kinder, mussten ihre Saetze mehrmals wieder wegradieren und neuschreiben (es gibt ein einziges Radiergummi fuer die ganze Klasse, man kann sich das Geschrei und Gepruegel also vorstellen). Danach hab ich noch einige Matheaufgaben an die Tafel geschrieben (ja es gibt eine Tafel und die Kinder haben auch jeder zwei (Mathe und Englisch) zerfetzte Hefte!) und auf das Baby der Lehrerin aufgepasst (die ploetzlich verschwunden war), waehrend die Kinder gerechnet haben. Das Baby ist 1 Jahr alt glaub ich und irgendwie war ich ihm mit meiner weissen Haut nicht so ganz geheuer, es hat mich ziemlich verschreckt angeguckt und war vorher die ganze Zeit am Lachen :D.

Nachmittags sind wir dann alle zusammen am Strand gewesen, es gab leider nirgendwo Schatten und ich soll mit meinem Doxycyclin ja eigentlich nicht in die Sonne, aber ich hab mich mit LSF 50 eingecremt und es ist nichts passiert :) Das Meer war die reinste Badewanne aber erfrischend war das Wasser auf der staubigen und verschwitzten Haut ttrotzdem. Auf dem Rueckweg haben wir uns dann zu acht in in Taxi gequetscht, ich sass mit 2 anderen im Kofferraum! :D Die Taxis sind hier uebrigens spottbillig, fuer alles was wir so erreichen muessen (Strand, Supermarkt, Krankenhaus usw., bis in die Innenstadt rein istr es etwas weiter, da fahren wir dann Trotro) zahlen wir meistens pro Person einen Cedi, also etwas weniger als 50 Cent.

Abends haben wir dann leider eine von uns (angelikas, die die vorher in meiner Klasse war un dgewechslet hat) ins Krankenhaus bringen muessen, weil sie schon seit Tagen Durchfall und seit heute auch noch Fieber hat, aber die wollten so spaet abends keinen Malariatest mehr machen, deswegen musste sie ueber Nacht dableiben und wurde an den Tropf gehaengt.

Ich bin uebrigens auch schon recht zerstochen, obwohl ich mich immer aeusserst gruendlich mit Authan einspruehe, aber irgendwie laesst es sich trotzdem nicht vermeiden und fuer lange Klamotten abends ist es einfach viiieeel zu heiss! Hoffe einfach, dass die Malariaprophylaxe trotz eventueller Stiche der Anophelesmuecke ihr Bestes gibt!

 

Do, 14.02.:

Happy Valentinsday! Im Laufe des Tages haben isch hier irgendwie zwei Gruppen gebildet, die einen die mega Frust schieben, weil sie ihren Freund heute nicht sehen und Liebesnachrichten und Fotos per Email verschickt haben, und die anderen die diesen Tag total bescheuert finden und nur die Augen verdrehen koennen :D

Mir gehts heute jedenfalls sowpohl koerperlich als auch psychisch viel besser, ich hab das Gefuehl, mich langsam an die Hitze und das Schwitzen zu gewoehnen, glaube, dass ich die 12 Wochen schon irgendwie rumkriegen werde und denke mir, es kann sowieso nur besser werden...dachte ich! Bis ich im Laufe des Tages festgestellt habe, dass der momentane Stromausfall schon den ganzen Tag andauert. Das Problem ist, dass Ghana schon seit 6 Monaten nicht mehr mit Wasser versorgt wird und wir nur welches haben, weil in userem Garten ein riieeesiger Kanister (4000 Liter) steht, der regelmaessig aufgefuellt wird und das Wasser direkt durch unsere Leitungen ins Haus pumpt. Wenn allerdings kein Strom da ist, funktioniert natuerlich auch die Pumpe nicht mehr und es ist automatisch kein Wasser mehr da, weder zum Duschen, noch fuer die Toilette (die, die grad Durchfall haben, freuen sich natuerlich besonders!), noch zum Geschirrspuelen. Muessen dann halt in grossen Eimern und Schuesseln draussen Wasser vom Tank abzapfen und ins Haus schleppen.

In der Schule hab ich dann den Unterricht geschmissen, die Lehrerin hat mir ein Heft mit ihren aktuellen Themen hingeknallt und sich dann draussen unter den Baum gelegt und geschlafen. Ich hab dann ein bisschen was ueber Tiere und Pflanzen erzaehlt, den Kindern hinterher Fragen ueber den Text gestellt, die sie auch echt gut beantworten konnten, dann ein bisschen mit ihnen ueber die verschiedenen Religionen gesprochen, das Alphabeth in Gross- und Kleinbuchstaben geuebt und schliesslich Bilder ausgemalt, die ich ihnen zusammen mit Buntstiften mitgebracht habe.

Die Kinder sind hier extrem laut und unruhig, bleibn nicht sitzen, sondern rennen durch die Klasse, sobald sie allein arbeiten sollen und schreien bei gemeinsamem Lernen, wo sie sich melden sollen, nur durcheinander...Die hoeren hier halt nur auf Schlaege und ich schlage sie natuerlich nicht. Naja ich werd mich im Laufe der Zeit schon irgednwie anders durchsetzen :P

Um 14 Uhr hatten wir dann ein Meeting mit Matilda, sie wollte wissen, ob es allen gut geht, ob es im Haus oder im Projekt irgendwelche Probleme gibt, und hat uns kurz den Ablauf des Wochenendes erklaert, da steht fuer uns Nauankoemmlinge aus dem Februar naemlich die Cape Coast Tour an, das heisst Samstag die Sklavenburgen und irgendwelche Regierungssitze besichtigen, eine Nacht im Hotel in Cape Coast uebernachten und Sonntag in den Nationalpark. Ich bin gespannt! :)

Danach bin ich mit einigen Maedels zum Supermarkt einkaufen gefahren und abends kam Angelika aus dem Krankenhaus, der Malariatestwar wohl positiv (wir bezweifeln dass es Malaria war und glauben eher an ne Magendarminfektion oder so) und sie hatte Unmengen von Tabletten dabei, es ging ihr aber wieder ganz gut...

Nachts haben wir dann aber die naechste (Anna) mit Magendarm und Fieber ins Kranknhaus gefahren, wieder eine aus meinem Projekt, ich hab echt Angst, dass die sich in der Schule was eingefangen haben und ich es da dann auch krieg, waer grad jetzt am Wochenende mit den Ausfluegen echt aetzend...

 

Fr, 15.02. 

Bis jetzt ist noch nix Spannendes passiert, in der Schule war heut kein Unterricht, sondern ein Fussballturnier, Anna ist grad ebenfalls mit Malariadiagnose und Medikamenten aus dem Krankhaus zurueck gekommen und wir chillen heut Nachmittag alle nur...ich werd jetzt auch mal wieder zurueck zum Haus gehen und meine Sachen fuers Wochenende packe...drueckt mir die Daumen, dass ich gesund bleibe!!

 

Werde uebringens jetzt nicht 12 Wochen jeden Tag dokumentieren, keine Angst! :DGab jetzt nur am Anfang halt so viel Neues und AUfregendes zu erzaehlen! :)

 

Bis daaaaann!! :-*

09Februar
2013

Der Countdown läuft...

Sooo ihr Lieben :)

 

Ich werde mich dann nun langsam verabschieden, übermorgen gehts los! Ich hab soweit hoffe ich alles zusammen, fragt sich jetzt nur, ob das alles in meine zwei Koffer passt :o

Immerhin glücklicherweise zwei Koffer mit je 23kg Freigepäck :)

 

 

Reisepass: √

Visum: √

Flugticket: √

Impfungen (Gelbfieber, Cholera, Hepatitis A & B, Meningokokken, Tollwut, Typhus): √

Malariaprophylaxe (Doxycyclin): √

Klamotten, Schuhe, Bikinis, Handtücher, Bettwäsche, usw: √

Drogeriesachen: √ (Die Frau an der Kasse hat vielleicht geguckt Lachend)

Reiseapotheke: √ (Hoffentlich krieg ich das alles durch den Zoll! Lachend An dieser Stelle an großes Dankeschön an meinen Onkel Jens!!)

Verbandszeug, Spritzen, OP-Handschuhe, Desinfektionsspray, etc: √

Imprägniertes Moskitonetz: √

Mückensprays für Haut und Kleidung: √

Geschenke für die Kinder (Malhefte, Stifte, Springseile, Flummis, Knete, Autos, Straßenmalkreide): √

Tagebücher: √ (An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meine Freunde! Lächelnd)

Essen für die ersten Tage (oder mal zwischendurch, wenn an das ghanaische Essen grad nicht so gut verträgt, Tütensuppen, Butterkekse, ...): √

Ein altes Handy: √ (An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Magda!)

Eine Digitalkamera & ein 16GB USB-Stick für jede Menge Fotos!: √

Und der ganze Kleinkram (Reiseführer, Sonnenbrille, Feuerzeug, Taschenlampen, Adapter für die Steckdosen, Englischwörterbuch und noch vieles mehr...)

 

Ich hoffe ich hab alles! Wenn nicht, kann ichs jetzt eh nicht mehr ändern, also bitte keine Kommentare dazu, sonst mach ich mich nur verrückt! Irgendwas hab ich sowieso vergessen Lachend

Verabschiedet hab ich mich soweit auch von allen, wenn ich jetzt noch meine zwei Koffer zu bekomme, kann's losgehen!

Nur die Volkbank hat's leider nicht auf die Kette gekriegt, mir meine Visacard rechtzeitig zuzuschicken, da mein Antrag wohl zwischendurch verlorenen gegangen ist und die Karte nochmal neu bestellt werden musste Brüllend

Glücklicherweise reist eine Woche nach mir ein Mädchen aus Wetter in meinem Haus an, mit der hab ich schon gesprochen, die bringt mir meine Visakarte mit, wenn sie im Laufe der kommenden Woche kommt, wovon ich doch mal stark ausgehe!!

Ansonsten ist mir jetzt nur noch etwas flau im Magen, wenn ich an den bevorstehen Flug denke, mit dem Umsteigen und der Einreise und dem lange und allein fliegen an sich Unentschlossen Aber das werd ich schon hinkriegen!

Mein Flug sieht übrigens so aus:

11.35 Uhr - 12.30 Uhr: Düsseldorf nach Amsterdam

14.05 Uhr - 19.55 Uhr: Amsterdam nach Accra (Ortszeit, hier ist es dann 20.55 Uhr)

Insgesamt also knapp 8 Stunden...

 

Wenn ich mich das nächste mal melde, bin ich hoffentlich wohlbehalten mit beiden Koffern in Accra gelandet! Lächelnd

Macht's gut bis dahin, wir sehen uns in drei Monaten! ♥

29Januar
2013

Blogeintrag vom 14. Januar: "Nur noch 4 Wochen! :o"

Soooo habe heute endlich genauere Informationen zu meinem Projekt bekommen! :)

Ich werde in der Christ Kingdom Acedemy sein, einer Einrichtung, die Kindertagesstätte, Kindergarten, Grundschule und Junior High School in einem ist, mit 200 Kinder zwischen 3 und 15 Jahren, und dort auf die Kleineren aufpassen und beschäftigen und die Älteren unterrichten. Vermutlich hauptsächlich Englisch und Mathe, mal sehen...

Die Einrichtung ist glücklicherweise nur 300m von dem Haus, in dem ich untergebracht werde entfernt, sodass ich dorthin laufen kann und nicht jeden Tag Trotro (Bus) fahren muss. Stelle mir das zwar auch ganz witzig vor, aber so spare ich 1. jeden Tag zusätzliche Fahrtkosten und komme 2. pünktlich, feste Abfahrtzeiten gibt es in Ghana nämlich wohl nicht, weswegen auch nie jemand irgendwo zur vereinbarten Zeit ankommt. Ich bin gespannt :D

Warte nun noch auf mein Visum und muss meine Reiseapotheke noch zusammenstellen, aber dann kann es auch fast schon losgehen...Ich freu mich! :)

07Januar
2013

Bald geht es los

Hallo ihr Lieben :)

Ich hab hier nun meinen eigenen Auslandsblog eröffnet, damit ich euch aus Ghana immer auf dem Laufenden halten kann. Werde hier immer mal wieder von meinem Leben da drüben berichten, Fotos reinstellen usw., je nachdem wie häufig ich da ins Internetcafé komme.

Heute in 5 Wochen gehts los und ich bin leiiicht aufgeregt! Nur noch ein paar letzte Impfungen und Einkäufe und dann bin ich bereit! :)

Ihr könnt hier jedenfalls immer gerne was reinschreiben, werde so am besten erreichbar sein, und ich freue mich über jede Nachricht! :)

 

Liebste Grüße und ich hoffe, die meisten von euch vor meinem Abflug nochmal zu sehen! :-*